Mitteilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs - Supplement. Erzherzog Johanns "Feldzugserzählung" 1809 (1909)

IV. Kapitel. Von dem Rückzuge von der Etsch bis zu der Ankunft bei Körmend vom 1. Mai bis 1. Juni

105 Monarchie sei und noch zur rechten Zeit kommen könne. Dieses alles wollen Euer Liebden erwägen” . . . Weiter heißt es: „und gebe Ihnen nur zu erkennen, daß die errun­genen Vorteile den augenblicklich drohenden feindlichen Bewegungen und einer ängstlichen Berechnung der strate­gischen Möglichkeiten nicht aufgeopfert werden sollen, so lange es nicht durch den äußersten Drang der Umstände gebietend notwendig wird.” Zuletzt stand, „daß Hill er nach Efferding und Linz rücke, um dort mit dem Generalissimus sich zu vereinigen; die ungarische Insurrektion sammelte sich an der Leitha und Raab. Der Erzherzog Max sei nach Niederösterreich abgesendet, um dort die Verteidigungs­anstalten zu leiten. Er selbst gehe zum Generalissimus.” Wer den eben angeführten Befehl mit Aufmerksamkeit durchgeht, dem wird nicht das Widersprechende entgehen, welches derselbe enthält. Deutlich zeig-t sich in demselben der General, welcher auf das Wahre hindeutet, während der Politiker nichts möchte fahren lassen und noch mehr Hoffnungen aufrührt; man ist besorgt für die Rückkehr des Heeres, man wünscht, es soll näher an dem Schauplatz der wichtigsten Ereignisse mitwirken und doch soll es die errungenen Vorteile nicht fahren lassen und wünscht, damit dieses geschehe, irgend einen Vorwand in der Stimmung der Völker Italiens, in der Mitwirkung der Alliierten zu finden. Beides bloße Traumbilder. Ersteres dann möglich, wenn man Piemont berührt, letzteres nicht zu hoffen; deutlich zeigten die Berichte aus Sizilien, wie wenig die Engländer daselbst in Bewegung zu bringen seien. Der Erzherzog hatte den wahren Entschluß gefaßt, endlich Tirol zu verstärken1) und zurückzueilen; jede andere *) *) Warum er nicht dahin rückte, sagte ich gleich anfangs: weil man die Verpflegung für untunlich hielt und Nachrichten die Anwesenheit des Heeres in Trient angaben (weil Chasteier zu schnell abgezogen war) und der Vizekönig mit der Hauptkraft in der Ebene auf dem Fuße nach folgte. Der Entwurf war dazu schon gemacht, es war folgender: Der FML, Gyulai, Banus, sollte hinter die Piave gehen und wenn ihm der Feind folgte, ohne sich in etwas einzulassen, nach den Pässen Innerösterreichs rücken. Ihm waren 26 Bataillone, 35 Eskadronen bestimmt, dann die Landwehren. GM. Schmidt sollte Bassano halten, bis der Erzherzog selbst zu ihm stoßen würde. Dieser hatte hiefür 13 Bataillone Linié, 4 Grenadiere, 18 Eskadronen bestimmt. Dann

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