Mitteilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 6. (Dritte Folge, 1909)
Briefe des Feldzeugmeisters Paul Freiherrn Kray de Krajova et Topolya an seinen Bruder Alexander von Kray. Mitgeteilt und zu einer Lebensschilderung erweitert von Hauptmann Dr. Just - I. Abschnitt. Erziehung und militärische Laufbahn Krays bis zu seiner Anstellung in den Niederlanden 1793
Briefe des FZM. Paul Freiherrn Kray de Krajova. 93 nebst Schubladen, hübsch gearbeitet, 3 Dukaten, ein geflochtenes Kanapee nebst 6 Stühlen ohne Polster 4 Dukaten, die Ofen 15 bis 20 fl. Dermalen müßte man alles um ein paar Gulden teurer bezahlen. Die Öfen kosten zur Jahrmarktzeit 15 bis 20 fl., größere 25 bis 30 fl. Der nächste Jahrmarkt fallet den 15. März. Bis dahin kannst Du ohnedies Dein neues Haus nicht mehr beziehen, so könnte man einige Gulden sparen. Die Tochter des verstorbenen Bruders1) klagt mir ihre betrübten Umstände im Wittibstand. Gib ihr 25 fl. auf meinen Namen zur Aushilfe. Tun wir Gutes, solang wir leben und können. Gott wird es unseren Kindern ersetzen. Ich embrassiere etc. Paul Kray, GM. Pest, 31. Jänner 1792. Liebster Bruder! Für Deinen Glückwunsch bleibe ich Dir nebst Deinen lieben Angehörigen sehr verbunden, und anempfehle ich mich auch ferners Deiner brüderlichen Liebe. Deine mißliche Gesundheit rührt mich sehr. Es wundert mich, daß es bei Dein jetzigem Ruhestand nicht besser werden will. Vielleicht wäre Dir eine Badkur nicht ungedeihlich, welche die Nerven stärken und das Geblüt reinigen würde. Versuche die Zipser Bäder und, wenn man das Ofner Dir als zuträglich anraten sollte, so komme auf einige Wochen anhero zu mir. Vielleicht wird die hiesige medizinische Universität Dir was Heilsameres anzuordnen finden. Du mußt einmal ernsthaft auf Deine Herstellung denken. Seit ein paar Monaten befinde ich mich ziemlich wohl. Am Neujahrstage sagte mir der Palatínus nach dem großen Galadiner, wozu ich auch eingeladen war, daß ich nun repht gut aussehe, welches hoffen lasset, daß ich bald würde dienen können. Ich war darüber verlegen und beantwortete es bloß mit einer tiefen Verbeugung, den weiteren Diskurs auf was anderes lenkend. Liebster Bruder, wann ich meine rastlosen, mit vielen Kummer, Sorgen geleisteten langjährigen Dienste erwäge *) Stammtafel 13.