Mitteilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 6. (Dritte Folge, 1909)
Briefe des Feldzeugmeisters Paul Freiherrn Kray de Krajova et Topolya an seinen Bruder Alexander von Kray. Mitgeteilt und zu einer Lebensschilderung erweitert von Hauptmann Dr. Just - I. Abschnitt. Erziehung und militärische Laufbahn Krays bis zu seiner Anstellung in den Niederlanden 1793
Briefe des FZM. Paul Freiherrn Kray de Krajova. 89 uns Feindseligkeiten ankündigten, die sie aber nun bedauern und unsere Ministers aus Bukarest sehr dringend nach Sistovo baten, woraus ein baldiger Frieden anzuhoffen ist. Auch die aus der Preßburger Gegend abgerückten Regimenter sollen haltgemacht haben. Ich embrassiere etc. Paul Kray, GM. Szegedin, 23. Juli 1791. Liebster Bruder! Ich bin endlich bis Szegedin gekommen und hoffe nun bald meine Karawane zu beschließen, wo ich Dich bei der allenfallsigen Superarbitrierung zu embrassieren wünsche. Vielleicht kommt mein Sohn Hanserl mit meiner in Orlath zurückgewesenen Bagage bis nach Pest. Er wird Dir gut gefallen und ist sehr gesetzt vor sein lßjähriges Alter. Schreibe mir nach Pest, was wegen Deiner geschehen und grüße alle in Zipsen. Vielleicht hole ich selbst meine Schriften aus Bartfeld ab und dann mache ich einen Sprung nach Käsmark. Ich küsse Dich herzlich und bin unverändert etc. Paul Kray, GM. * # * Im Juli 1791 erfolgte Krays Pensionierung. Der General nahm seinen ständigen Wohnsitz in Pest, sollte sich jedoch nicht lange der Ruhe erfreuen. Uber Betreiben des Palatins Josef sowie auf besondere Bitte des FM. Prinz Ko bürg, der an Stelle des Herzogs Albert von Sachsen-Teschen das Oberkommando im Kampfe gegen Frankreich 1793 zu führen hatte, wurde Kray in den letzten Tagen des Jahres 1792 neuerdings zur Armee, der es gerade an energischen und unternehmungslustigen Führern gebrach, einberufen. Bald sollte Kray auf dem niederländischen Kriegsschauplätze die gegen die Türken vollbrachten Waffentaten durch neue und größere Erfolge in Schatten stellen.