Mitteilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 6. (Dritte Folge, 1909)

Briefe des Feldzeugmeisters Paul Freiherrn Kray de Krajova et Topolya an seinen Bruder Alexander von Kray. Mitgeteilt und zu einer Lebensschilderung erweitert von Hauptmann Dr. Just - I. Abschnitt. Erziehung und militärische Laufbahn Krays bis zu seiner Anstellung in den Niederlanden 1793

70 Just. so bleibt, es blockiert und wir behalten unser Winterquartier hier in der Walachei. Gern, sehr gerne wünschte ich von hier befreit zu sein, weil wir wegen verwüstetem Land und unzivilisierten Inwohnern nicht viel agréments und schlechte Unterkunft hoffen dürften. Unter so vielen Sorgen und Verrichtungen weiß ich nicht recht, ob ich Dir schon geschrieben, daß der Tonerl am 14. Oktober in Kronstadt an einem Faulfieber gestorben sei. Sein Bruder Franz war zu sein und meinem Trost allda bei ihm und bezeigte ihm seine letzte brüderliche Treue. Mein Betrübnis und Schmerz, diesen hoffnungsvollen Sohn so unzeitig verloren zu haben, waren unbeschreiblich. Bald werden wir auch nachfolgen! Ich wünsche nur noch meinen jüngsten Sohn, den armen Hanserl, versorgen zu können. Er ist noch sehr jung und von zarter Leibeskonstitution, will aber schon mit Gewalt zur Armee und ins Feld. Hiermit küsse ich Dich etc. und bin unverändert Dein aufrichtiger Bruder Paul Kray, Obrist. * * * Am 6. Dezember traf Fürst Hohenlohe in Craiova ein, die Truppen bezogen Postierungen in der Walachei, Kray verblieb in Craiova1). Seine hervorragende Tätigkeit während des Feldzuges erhielt eine glänzende Würdigung, denn in der 19. Promotion des Theresien-Ordenskapitels vom 21. Dezember wurde er mit dem Ritterkreuz des Militär-Maria Theresien-Ordens belohnt und durch Allerhöchste Entschließung vom 9. August 1790 als ungarischer Baron mit dem Ehrenzusatz ,,deKrajova” in die Reihe der Magnaten aufgenommen. Craiova, 10. Jänner 1790. Liebster Bruder! Deine zärtliche Liebe gegen mich ist mir Bürge, daß Du meine Überkornmung des Maria Theresien- Ordens mit wahrem Vergnügen vernehmen wirst. Die gestrige *) Dislokation der Truppen am 10. Dezember 1789. (K. A., F. A. 1789, Korps in Siebenbürgen, XII, 4.)

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