Mitteilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 6. (Dritte Folge, 1909)
Briefe des Feldzeugmeisters Paul Freiherrn Kray de Krajova et Topolya an seinen Bruder Alexander von Kray. Mitgeteilt und zu einer Lebensschilderung erweitert von Hauptmann Dr. Just - I. Abschnitt. Erziehung und militärische Laufbahn Krays bis zu seiner Anstellung in den Niederlanden 1793
Briefe des FZM. Paul Freiherrn Kray de Krajova. 43 2 fl. und sagte mir vor einigen Tagen, daß er sich schon über 60 Dukaten erspart habe. Man lobt seinen Fleiß und Akkuratesse und ist mit ihm sehr zufrieden. Sie sollen in Hermannstadt überwintern und da dürfte dessen Beutel wohl bald ein Loch bekommen. Daß der Hofkriegsrat die Eingabe wegen desHanserl nach Heustadt von mir abgefordert hat, habe Dir vermutlich schon berichtet. Wenn dieses aber nicht angeht, weil er die normalmäßigen 10 Jahre schon überstiegen, so gebe ihn künftiges Jahr sicher nach Wien in die Ingenieurakademie. Es ist mir bange um dieses arme Kind, daß ich es so weit von mir behalten muß und nicht selbst dessen Aufführung beurteilen kann. Auf meines Regiments linken Flügel bei Johann an dem Terz burger Paß zu Rosenau, eine Stunde von Kronstadt, soll die Pest durch einen aus Bulgarien gekommenen Griechen ausgebrochen sein und in zwei Tagen 30 Personen weggerafft haben. Dieses macht uns bange, weil wir durch Ziehung enger Kordonsposten sehr fatigiert sein werden. Ich embrassiere Dich nebst Frau Schwester herzlichst und bin unverändert Dein aufrichtiger' Bruder Paul Kray, Obrist. Orlath, 18. November 1786. Liebster Bruder! Seit beinahe zwei Monaten habe ich keine Nachricht von Dir. Sollte es wohl Krankheit oder Verdruß sein, daß Dein Wunsch, eine Grenadierkompagnie zu bekommen, nicht erfüllt worden ? Ich hoffe keines von beiden, weil besonders letzteres bloß in Rücksicht, daß man Dich beim Regiment behalten wollte, unterblieben sein muß. Sei zufrieden und zeige keine saure Miene. Der Hanserl kann wegen überstiegenem Alter nicht nach Neustadt angenommen werden. Nun bleibe ich schon dabei, ihn künftiges Jahr nach Wien zu geben. Einstweilen habe die Güte, zu besorgen, daß er mit dem Nötigen für den Winter versorgt werde. Dessen Präfekt schrieb mir, daß er an allem Mangel habe. Während der Vakanzen hat ihn Hauptmann Lu go auf 14 Tage nach Eperies genommen.