Mitteilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 6. (Dritte Folge, 1909)

Major Czeike: Die Cernierung und Erstürmung Wiens im Oktober 1848

332 Czeike. und 23 Vermißten; bei der sechspfündigen Fußbatterie Nr. 5 wurden 1 Offizier und 4 Grenzartilleristen verwundet, 2 Be­spannungspferde blieben tot, 2 wurden verwundet, mehrere Geschütze waren stark beschädigtx). Während dieses Kampfes um den Besitz der Sophien­brücke war das 3. Bataillon des 1. Banalregiments am linken Ufer des Donaukanals gegen die Dampfmühle vorgerückt, welche Legionäre, Arbeiter und Nationalgarden verteidigten. Die Grenzer erstürmten und besetzten dieses Gebäude, wobei sie zahlreiche Gefangene machten, und drangen hierauf durch die Gärten gegen die Häuserreihe der Franzensallee vor. Das zunächst der Dampfmühle gelegene Bad Am Schüttei, die Zinnersche Fabrik, die Zuckerraffinerie von Mack & Comp, sowie zahlreiche Häuser in der Franzensallee gerieten während dieses Kampfes in Brand und wurden ein Kaub der Flammen2). Das als Verstärkung am Nachmittag angelangte 2. Feld­bataillon des Gradiskaner Grenzinfanterieregiments Nr. 8 rückte abends zur Ablösung des 3. Bataillons vom 2. Banalregiment in die vorderste Linie und besetzte mit einem Teile auch den Circus gymnasticus an der Praterhauptallee 3). Mit Einbruch der Nacht endete zwar der Kampf an allen Punkten, doch wurden die Nacht hindurch noch fortgesetzt Schüsse gewechselt. Am 27. beobachtete man beiderseits eine Art still­schweigender Waffenruhe, die nur zeitweise durch ein lau geführtes Geplänkel unterbrochen wurde. Dagegen nahmen die tagsvorher ausgebrochenen Brände solche Dimen­infanterieregiments Nr. 4 gehörte. Während die beiden Feldbataillone dieses Regiments in Italien standen, nahm an den Kämpfen vor Wien nur ein Teil des Reservebataillons (3. Bataillon) und das ganze Land­wehrbataillon (4- Bataillon) teil. Ein 5. und 6. Bataillon war zu dieser Zeit beim Grenzregiment Nr. 4 überhaupt noch nicht aufgestellt. Oberleutnant Kallinich wurde anfangs September von der 14. Kom­pagnie in Karlstadt zum Landwehrbataillon (4. Bataillon) zugeteilt und war auch dorthin abgegangen. (Reichskriegsministerium, Fachrechnungs­abteilung, Standestabelle pro Oktober 1848.) *) K. A., F. A. 1848, Cernierung Wiens, X, 201 d, n; XI, 23. 2) H e 1 f e r t, I, 230. 3) K. A., F. A. 1848, Cernierung Wiens, XI, 23.

Next

/
Oldalképek
Tartalom