Mitteilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 6. (Dritte Folge, 1909)

Major Czeike: Die Cernierung und Erstürmung Wiens im Oktober 1848

320 Czeike. Zu diesem Zwecke rückte Ramberg am Nachmittag des 25. Oktober mit der 2. Division des 2. und 4 Kompagnien des 12. Feldjägerbataillons, 4 Kompagnien vom Infanterie­regiment Heß Nr. 49, 1 Kompagnie vom Infanterieregiment Kaiser Nr. I1), 1 Zug Ficquelmont-Dragoner und der halben Batterie Nr. 3 vom Jägerhaus in der Brigittenau gegen den Augarten vor. Der Angriff gegen letzteren war mit nicht geringen Schwierigkeiten verbunden, da dessen äußere, gegen die Brigittenau gerichtete Umfassung aus einem Graben mit einer hohen Mauer bestand und das im südlichen Teile des Augartens gelegene kaiserliche Lustschloß sowie die ganze Häuserreihe von der Neugasse bis zur Kavalleriekaserne von den Insurgenten besetzt und zur Verteidigung hergerichtet worden war. Um die Aufständischen in Flanke und Rücken zu fassen, erhielt Hauptmann Johann Poppy2) des 2. Feldjägerbataillons den Befehl, mit seiner Division nördlich des Augartens, durch die Auen des Taborhaufens, direkt gegen die Taborbrücke vorzudringen und sich womöglich der Speckerschen Fabrik und der Gebäude an der Taborlinie zu bemächtigen. Diese zwei Kompagnien rückten trotz des heftigen Ge­schütz- und Gewehrfeuers aus dem nördlichen Teile des Augartens bis an die kleine Taborbrücke vor und setzten sich dort fest, verließen dieselbe aber bald wieder, weil sie glaubten, durch das diesen Angriff protegierende Geschützfeuer der am jenseitigen Ufer befindlichen Kavalleriebatterie Nr. 19 des GM. Wyss in ein Kreuzfeuer geraten zu sein. Zur Unter­') Es war dies die 14. Kompagnie vom 3. Bataillon Kaiser unter Kommando des Hauptmanns Lehnert, welches Bataillon zur Brigade Parrot gehörte. Bei der Vorrückung der Brigade Parrot gegen Wien blieb diese Kompagnie auf Befehl des Truppendivisionskommandos als Besatzung in Nußdorf zurück, wurde von Bamberg in die Brigittenau mitgenommen und dem 12. Jägerbataillon unter Oberst Collery ange­schlossen. Bei der Erstürmung des Augartens am 25. und 26. Oktober haben sich insbesondere der Feldwebel Beim und Infanterist Pecha dieser Kompagnie durch hervorragende Tapferkeit ausgezeichnet. (K. A., F. A. 1848, Cernierung Wiens, XI, 44, ad 44.) 2) Erhielt die Allerhöchste Belobung und demzufolge 1849 bei der Stiftung des Militärverdienstkreuzes letztere Auszeichnung. (K. A., Belohnungsanträge 1848, 2.)

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