Mitteilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 6. (Dritte Folge, 1909)

Major Czeike: Die Cernierung und Erstürmung Wiens im Oktober 1848

Cernierung und Erstürmung Wiens 1848. 311 bis zur Donau und bildet sonacb den linken Flügel der Aufstellung. Die selbständige Brigade GM. von Wyss bewirkt die Absperrung AViens am linken Donauufer durch eine Auf­stellung bei Floridsdorf, Besetzung der Taborbrücke und Schwarzen Lackenau, beobachtet die Übergänge über die Donau und sichert sich durch die Kavallerie gegen die March hin. Die Reservedivision, und zwar: 4 Bataillone Infanterie und 6 sechspfündige Geschütze der Brigade GM. Schütte, dann die Kavalleriebrigade GM. Bellegarde sowie der ganze Geschütz- und Munitionsaeservepark, haben nach bewirktem Übergang über die Donau bei Nußdorf und Klosterneuburg in ein Lager zwischen Schönbrunn und Erlaa zu rücken und das vorliegende Terrain sowie die Gegend südlich des Krotten­baches zu beobachten und abzusperren. Am 23. Oktober war sonach AVien von den kaiserlichen Truppen auf allen Seiten eng eingeschlossen. Fürst AVindisch-Graetz übersetzte am selben Tage mit seinem Hauptquartier die Donau und traf nachmittags in Hetzendorf ein, wo er von den beiden Korpskommandan­ten FML. Ariersperg und Jellacic empfangen wurde. Ungefähr 70.000Mann, 59 Vü Bataillone, 67 Eskadronen und 219 Geschützex), hatte der Feldmarschall vor den Mauern AViens vereinigt, um die aufrührerische Residenz, eventuell mit AVaffengewalt, niederzuwerfen. Trotz dieser namhaften Streitkräfte, welche ihm zu Gebote standen, war die Lösung der seiner harrenden Auf­gaben, die Revolution zu bekämpfen und gleichzeitig dem ungarischen Heere die Spitze zu bieten, keine leichte. Die Cernierung der Stadt mit ihrer ausgedehnten üm- fassungslinie nahm einen großen Teil seiner Truppen in Anspruch und die ungarische Armee war zu dieser Zeit bereits im Vormarsch gegen AVien begriffen, um der insurgierten Hauptstadt die Hand zu reichen. Der Angriff derselben mußte jeden Tag erwartet werden i und war bei ihrer Stärke von 30.000 Mann, mit zahlreicher ') Ordre de bataille vom 28. Oktober Anhang I.

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