Mitteilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 5. (Dritte Folge, 1907)

Hauptmann Paldus: Johann Christoph Müller. Ein Beitrag zur Geschichte vaterländischer Kartographie

Ein Beitrag zur vaterländischen Kartographie. 85 gab Nikolaus Klaudianx) im Jahre 1518 über Auftrag der böhmischen Stände eine Karte des Landes in Holz­schnitt heraus. Das Original dieser seltenen Karte,* 2) welche .überhaupt zu den ältesten Landkarten einzelner Länder gehört, befindet sich in der bischöflichen Bibliothek zu Leitmeritz,3) ein Glogkendon zu Nürnberg 1501” mit folgenden Orten: Prag, Leit­meritz, Laun, Sotz, Elépogen, Beron, Newhaus, Kutenberg, Spibra, Budweiß, Weisswasser, Neweburg, Barwicz, Dachaw und den Flüssen Elb, Múlta und Eger. 1 gest. Blatt. Verkehrt orientiert. (Hauslabsamml. d. Fürsten Liechtenstein, Wien.) Die Straßburger Ausgabe des - Ptolemäus, 1513, enthält unter den Karten, welche dem Waldseemüller (Walzenmüller, Ilacomilus) zugeschrieben werden, auf Tafel Nr. 6, „Tabula Modernä Germaniae” (1: 3,000.000), Böhmen als „Boemia” mit den Orten: Braga, Egra, Harwitz (?), Laun, Leutmeritz, Neuhaus, Nimburg, Pudwitz (Budweis), Pautebertz (Pardubitz), Pilsen, Pruga (Brüx), Sellama ?), Spibram (Pribram), Sotz, Winasset (Weisswasser ?). Ein Holzschnitt, richtig orientiert. *) Klaudian (Claudianus) Nikolaus, war ein böhmischer Arzt und Buchdrucker in Jungbunzlau. Er erscheint zu Beginn des XVI. Jahrhunderts in der Verbindung der böhmischen Brüder als gelehrter und unternehmender Mann, dem wichtige Aufgaben anvertraut wurden. Im Jahre 1518 hatte er in Jungbunzlau, wo er begütert war, eine Buchdruckerei gegründet und gab eine Karte von Böhmen heraus, die er im Jahre 1517 in Nürnberg in Holz schneiden ließ. 1521 weilte er in Angelegenheiten der Buchdruckerei in Leipzig und dürfte um 1522 gestorben sein. In den städtischen Büchern in Jungbunzlau wird er nur Meister Nicolaus genannt. (Slovník Naucny. V Praze, 6. Bd. 1893, 4. und 14. Bd. 1899, 320.) 2) Verkleinert reproduziert in den Mitteil. d. Vereines f. G-esch. d. Deutschen in Böhmen. Jhrg. XLV. (zu Schneider, Entwickl. d. Kartenbild. v. Böhmen.) s) P. Gelas. Dobner beschreibt sie in den „Annales Bohemorum W. Hagek”, Pragae 1763. Pars II, 88, wie folgt: „Antiquissima enim tabula Bohemiae, quae hactenus in manus meas pertigit illa est, quae Ludovici Begis nostri tempore Pragae 1518 formám utcunque magna excusa est; sed ea, si rem Geographicam spectes, adhuc tarn rudis, ac informis, ut neque coeli plagis, neque mensurae ulli respondeat. Ceterum, si typum picturamque spectes, plane elegáns, ut etiam aevum, it admireris. E qua praeterea discimus; consuetudinem hoc saeculo fuisse, ut mappa haec Primoribus regni instar strenae offeretur; eam enim undique variae imagines, clypeique Procerum tarn vivis coloribus, ut si hodie pictoris manum deservissent etc. Antiquitatis hoc, quanquam non postremae, monumentum servatur in Bibliotheca Beverendissimi ac Excelentissimi Domini Domini Episcopi Litomericensis.”

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