Mitteilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 5. (Dritte Folge, 1907)
Major Ludwig Eberle: Die Mission des Obersten Steigentesch nach Königsberg im Jahre 1809
382 E b e r 1 e. celui-ci”. Mithin war Naglers Bericht schon vor dem Eintreffen des Obersten in Berlin. Einer ähnlichen Vermutung scheint Hormayr am Schlüsse seiner Veröffentlichungen aus der Correspondance*) Ausdruck zu geben. Wurzbach2) bemerkt, daß Steigentesch die allgemein erwartete Replik auf den Bericht der Correspondance inédite auf höheren Befehl unterlassen habe. Er war damals in Kopenhagen; in den gesamten Akten dieser Gesandtschaft befindet sich nur ein Brief an Metternich aus dem Jahre 1820 (dem Erscheinungsjahre der Correspondance), der auf die Angelegenheiten bezogen werden könnte. In der Antwort auf diesen Brief behält sich Metternich das Weitere bis zu einer mündlichen Auseinandersetzung vor. Eür die Bemerkung bei Wurzbach, aber auch für die Behauptung der Correspondance fehlt sonach vorläufig noch der aktenmäßige Nachweis. Jedenfalls hätte St e i g e n t e s ch besser getan, Linden aus dem Wege zu gehen; das Zeugnis besonderer diplomatischer Geschlicklichkeit hat er sich weder durch sein Auftreten in Königsberg, noch weniger aber in Berlin erworben. Interessant bleibt jedoch die Tatsache, die von S t e r n 3) als apokryph hingestellt wird, daß Nagler dem Obersten Steigentesch, allerdings nicht in der ersten Unterredung, den Plan einer neuen Gestaltung Preußens entwickelte. Daß dieser Plan nur in Naglers Kopf allein bestanden habe, ist kaum ^mzunehmen und Steigentesch hat für die Charakteristik d^Vpreußischen Politik gewiß die richtigen Worte gefunden. i\ Lebeítskjlder, IH, 275. „Teils fehlte . es ihm in Preußen selber keineswegs an ho<“iige§‘c€Uten, klugen und besonnenen Leuten, entschlossen das Vaterland auf jede Welsh .zu behüten . ...” 2) Biogr. Lexikon, 38. T. 3) Abhandlungen und Aktenstüi ke, 88.