Mitteilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 5. (Dritte Folge, 1907)
Major Ludwig Eberle: Die Mission des Obersten Steigentesch nach Königsberg im Jahre 1809
Die Mission Steigentesch 1809. 361 tesch zum Obersten (Rang vom 31. Mai 1811) ernannt wurde *). Nach seiner Rückkehr aus Königsberg übernahm er zunächst wieder das Kommando seines Freiwilligenbataillons und quittierte nach dem Frieden abermals unter Beibehalt des Offizierscharakters. Sein in den Jahren 1810 und 1811 wiederholt ein- gebrachtes Gesuch um die Verleihung des Generalstitels erhielt erst im Mai 1814, auf die Verwendung des FM. Fürst Schwarzenberg, dem er während des Feldzuges 1813 als Adjutant zugeteilt war, und Metternichs, dessen Gunst er sich zu erwerben verstanden hatte, die kaiserliche Sanktion. Von da ab wurde GM. Steigentesch nur mehr im diplomatischen Dienste verwendet. 1814 ging er im Auftrag Metternichs nach Norwegen, später als bevollmächtigter Minister an den königlich dänischen Hof nach Kopenhagen und 1815 in die Schweiz. Nach dem Kriege begleitete Steigentesch den Zaren Alexander nach Petersburg, von wo .er auf seinen Posten nach Kopenhagen zurückkehrte und dort bis 1820 verblieb. Seine erschütterte Gesundheit nötigte ihn fortab, dem öffentlichen Leben zu entsagen und nach einer kurzen Mission in Berlin 1823, nach welcher er noch am Kongreß von Verona teilnahm, trat er am 16. April 1826 in den dauernden Ruhestand. Vielfache Beweise kaiserlicher Gunst, die Ernennung zum wirklichen Geheimen Rat und hohe Orden: die Eiserne Krone 1. Klasse, das Kommandeurkreuz des Leopold-Ordens, der russische Annen-Orden 1. Klasse, das Großkreuz des Danebrog-Ordens und der bayrische militärische Max Josefs-Orden, belohnten seine Tätigkeit. Schon am 30. Dezember 1826 machte der Tod dem bewegten Leben dieses Mannes ein jähes Ende. Er starb zu Wien, Annagasse Nr. 935 2). August Freiherr von Steigentesch hatte die künstlerische Begabung vom Großvater, dem Schauspieler Konrad Steigentesch geerbt; talentiert, wißbegierig, durch eine r) Uber seinen abenteuerlichen Zug in Bayern, nach der Schlacht von Regensburg, ferner über den vergeblichen Angriff auf das Lusthaus im Prater vergl. Kriege unter der Regierung des Kaisers Franz, 1809, III. 2) Nach Kneschke als Gesandter in Turin.