Mitteilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 5. (Dritte Folge, 1907)

Major Ludwig Eberle: Die Mission des Obersten Steigentesch nach Königsberg im Jahre 1809

346 E b e r 1 e. ,,2. Als wesentliche Bedingung, die Versicherung, daß „Österreich mit Frankreich nicht Frieden schließe in dem „Augenblick, wo Preußen bereit sei, zu marschieren. Weiter „benötige er Geld, Gewehre und Pulver. Ich habe nichts- „destoweniger dem Prinzen zu verstehen gegeben, daß der „Wiener Hof außer stände sei, dem König eines dieser „Bedürfnisse zu liefern und es scheint, daß man die „beiden letzten aus England zu erhalten hofft, was „so ziemlich mit den Andeutungen übereinstimmt, die „mir Herr von Wallmoden in dieser Hinsicht gegeben „hat. Endlich ist der König entschlossen, die Führung aller „Operationen seiner Truppen Eurer Kaiserlichen Hoheit „zu übertragen und sie unter deren Kommando zu ver­einigen. „Es scheint mir, Gnädiger Herr, daß der preußische „Hof sich in der Tat (réellement) uns so stark genähert „hat, daß wir nicht allein nicht mehr an seinem Willen „zweifeln können, sondern daß es nur mehr von uns ab- „hängt, ihn zu nötigen (forcer) in Tätigkeit zu treten, „indem wir den Eröffnungen, mit welchen der Prinz von „Oranien beauftragt war, unverzüglich Folge leisten und „daß wir uns gegen den Hof von Königsberg in einer Art „betragen, welche ihn kompromittierend, ihm keine Mög­lichkeit läßt, Ausflüchte zu gebrauchen oder seine Maß­nahmen zu verzögern.” (et en nous conduisant envers la „cour de Königsberg d’une maniére qui, en la compro- „mettant ne lui laisse plus la possibilité de tergiverser ,,ou de retarder ses mesures.) Der Herr Graf Bubna wird „Eurer Kaiserlichen Hoheit meine Ansichten in dieser Be­ziehung mitgeteilt haben. Es scheint mir wichtig, „1. daß der Prinz von Oranien, welcher von Seiner „Majestät dem König von Preußen zum direkten Vermittler „zwischen ihm und unseren Armeen ausersehen ist, bei uns „empfangen und in einer genügend auffallenden Weise „(d’une maniére assez voyante) angestellt werde, daß, ohne „daß wir eine direkte Indiskretion begehen, unsere Armee „und in der Folge auch die feindliche zweifellos die Gründe „erkennt, aus welchen er sich in der Nähe Eurer Kaiser­lichen Hoheit befindet;

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