Mitteilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 5. (Dritte Folge, 1907)
Hauptmann Peters: Die Anfänge der Militärluftschiffahrt und ihre erste Anwendung im Feldzug 1794
Militärluftschiffahrt im Feldzug 1791. 155 Offizieren (Merle, Seile de Beauchamps und Deschaud), 1 Sergeant, 3 Korporalen und 30 Mann. In Meudon unter Conte nach der neuen Instruktion ausgehildet, diente sie 1794 vornehmlich zur Füllung der bei der 1. Kompagnie entstandenen Lücken, war also vorerst in gewissem Sinne eine Luftschifferersatzkompagnie. Gleichzeitig schuf man in Meudon eine ständige Luft- schifferschule 1), in welcher unter Contés Leitung 60 Eleven in allen einschlägigen Wissenschaften sowie im praktischen Dienste ausgebildet wurden. Conté als Direktor und ein gewisser Bouchard als Unterdirektor hatten außerdem alle Neukonstruktionen und Reparaturen des Materials zu leiten. Im Jahre 1795 erfuhr das Luftschifferkorps eine abermalige Standeserhöhung und damit seine endgültige Organisation. Es bestand dann aus einem Bataillon (Kommandant der rühmlich bekannte Coutelle) ä 2 Kompagnien (zu je 4 Offizieren und 51 Unteroffizieren oder Soldaten; Kommandanten waren Lhomond und Delaunay) und einem Ersatzkader. Im Winter auf 1795 wurden der „Intrepide” und vier neue Ballons fertiggestellt, welche nach einem Regierungs- erlaß vom 13. Jänner 1795 bei den Armeen am Rhein und an der Maas in Aktion zu treten hatten. Der Ballon „Entreprenant” in der Schlacht bei Fleurus 3). Gaben die Nachrichten über die auf dem Kriegsschauplatz gelungenen Auffahrten des Fesselballons in Paris Anlaß zu den eben geschilderten Verfügungen über die Ausgestaltung des Luftschifferwesens, so hatten bei der Armee an der Sambre selbst die günstigen Erfahrungen das Vertrauen in die Verwendbarkeit des Ballons mächtig gehoben. Trotz der dem Transport des gefüllten Kugelballons entgegenstehenden Schwierigkeiten entschloß man sich, ihn im freien Felde zu * 2 *) Conté verfaßte damals ein sehr inhaltreiches Reglement für die Luftschifferschule, welches unter dem Titel: „Epreuves nationales aerostatiques” im französischen Kriegsministerium aufbewahrt ist. (Létonné, Les aérostiers militaires pendant les guerres de la révo- lution. Revue du génié, Paris 1903.) 2) Hiezu Textskizze 2.