Mitteilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 5. (Dritte Folge, 1907)
Hauptmann Paldus: Johann Christoph Müller. Ein Beitrag zur Geschichte vaterländischer Kartographie
Ein Beitrag zur vaterländischen Kartographie. 107 „der güldene Steig” ’) bezeichnet, die mittlere Straße über Kuschwartahaus (Kuschwarda) nach Ober Woldau (Obermoldau) und die südliche Verbindung führt über Häusler bey der böhm. röhren (Böhmisch Röhren) nach Wallern. Weitere Verbindungen von Böhmen nach Bayern sind über Teinitz (Bischofteinitz) nach Waldmünchen (der Paß von Taus),2) über Mies, Hayd (Haid), Frauenberg (Pfraumberg), Roßhaupt nach Waidhausen, endlich über Eger nach Waldsassen und über Eger nach Sehirnding. Die Größe und Unbequemlichkeit der Karte veranlaßten Müller, sie in ein kleineres Format von Blattgröße zu bringen und herauszugeben. Diese hat folgenden Titel: „Regni Bohemiae in duodecim Circulos divisae cum Oomitatu Glacensi et Districtu Egerano conspectus generalis cujus sectiones XXV. uti junctim hic minori forma repraesentantur ita singulae seorsim totidem laminis aeneis insculptae Tabulaeq praesentis magnitudinem habentes specialissima quaeque totius Regni accurate et distincté oculis spectanda exhibent. Opus ex geometricis dimensionibus, et accurata totius Regni perlustratione concinnatum ä Joh. Christoph *) *) Iler Goldene Steig ist die bekannteste und berühmteste Verbindung von Passau nach Böhmen, auf der durch Jahrhunderte das fehlende Salz nach Böhmen eingeführt wurde. In der vorgenannten müitärischen Aufnahme des Königreiches Böhmen unter Kaiser Josef II. ist der Weg von Freyung über Böhmisch Köhren nach Wallern als der „güldene Steig” bezeichnet. In der Spezialkarte des Königreiches Böhmen etc. von dem k. k. milit.-geogr. Institute in Wien, 1: 144.000, 39 gest. Blätter, 1847—1860 (K. A., Kartenaht. B IX a 96), führt wieder der Weg nach Bergreichenstein den Namen des Goldenen Steiges. — J. Alex. Freih. v. Helfert führt in seinem Aufsatz „Die ehemalige Wald-Veste Böhmen” (Mitteil. d. k. k. geogr. Gesellsch., Wien 1870) aus, daß die Verbindungen nach Bergreichenstein und Winterberg (in Müllers Karte von Böhmen bloß bis Ober Woldau [Obermoldau] eingezeichnet) als Abzweigungen des nach Wallern führenden Goldenen Steiges zu betrachten sind. 2) Die Pässe von Taus und Frauenberg (Pfraumberg) dienten vornehmlich Verteidigungszwecken. In der Karte Müllers ist bei Rosshaubt (Roßhaupt), westlich von Frauenberg (Pfraumberg), das „Alte trenchement”, an der Straße von Plan nach Ober Sandau (Obersandau) bei „Gros sih’ dich für” (Großsiehdichfür), die „Alte Schantz” und bei Ratzen (Hradzen) an der Radbusa südwestl. von Pilsen ein „doppeltes altes Retrenchement” eingetragen.