Mitteilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 5. (Dritte Folge, 1907)
Hauptmann Paldus: Johann Christoph Müller. Ein Beitrag zur Geschichte vaterländischer Kartographie
100 Paldus. burger Distrikt mit der königl. Stadt "Wunschelburg, der Glatzer Distrikt mit der königl. Stadt Glatz, der Humblisclier Distrikt mit der königl. Stadt Reinertz (JEteinerz), der Habel- schwerder Distrikt mit der königl. Stadt Habelscirwerd (Habel- schwerdt), der Landeker Distrikt mit der königl. Stadt Landek (Landeck). Im Böhmerwald, südöstlich von Taus, liegt das Gebiet „Königisch Waldhwozd”, der Sitz von königlichen Freibauern. Es besteht aus zerstreut liegenden Bauernhöfen und ist in acht Gerichte eingeteilt: Catharinagerioht, Hammergericht, Eisenstrassergericht, Seewiesner Obergericht mit dem Sitze des Oberrichters, Haydlergericht, Kochetergericht, Stadlergericht und das im Prachiner Kreise liegende Stachauer- gericht.1) Geographische Lage von Böhmen. Nach Müller Nach der Spezialkarte 1:144.000 (1847—1860) j Nach der Generalkarte von Mitteleuropa 1:200.000 Östliche Länge Östliche Länge (Ferro) 32° 46' — 37° 29' 29° 53' — 34° 29' 29° 53' — 34« 20' Nördliche Breite 48° 29' - 51° 5' 48° 33' — 51° 3' 48° 33' — 51° 4' durch Kaiser Friedrich III. zur Grafschaft erhoben und den Söhnen Georgs von Podiehrad das Recht verliehen sich als Grafen von Glatz zu unterzeichnen. 1172 gab sie Wladislaw II. von Böhmen dem Fürsten Heinrich dem Alteren, dem Sohne Podiebrads als Lehen. Die Söhne des Fürsten Heinrich verkauften die Grafschaft im Jahre 1501 dem Grafen Ulrich v. Hardegg, dessen Bruder Johann sie im Jahre 1534 dem König Ferdinand I. käuflich überließ, welcher sie wieder dem Johann v. Pernstein 1537 als Pfand gab. Im Jahre 1549 verkauften sie dessen Söhne dem Ernst v. Bayern, Erzbischof von Salzburg. 1624 brachte sie Kaiser Ferdinand II. wieder an sich. Seitdem blieb Glatz hei der Krone von Böhmen bis zum Frieden von Breslau 1742, in welchem es Maria Theresia an den König Friedrich II. von Preußen abtrat. (Slovnik Naucny, 14. Bd.) *) Diesen Freibauern war von altersher die Bewachung und Verwahrung der Landesgrenze und der sie bedeckenden Wälder an vertraut.