Mitteilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 4. (Dritte Folge, 1906)
Hauptmann Czeike: Aufmarsch der österreichischen Armee gegen die Revolution im Oktober 1848
Aufmarsch der österreichischen Armee gegen die Revolution 1818. 265 Beim Dorfe Pákozd stieß Jellacic am 29. September vormittags auf die unter Kommando des FML. Moga stehenden ungarischen Streitkräfte und behauptete nach einem fast dreistündigen Kampfe das Schlachtfeld, während sich Moga über Yelencze und Mártonvásár gegen Ofen zurückzog. Abends erschienen Graf Szapáry und Oberst Kiss im Lager desBanus, um über einen Waffenstillstand zu verhandeln, weicherauf die Dauer von drei Tagen abgeschlossen wurde1). FML. Jellacic sah sich jedoch genötigt, über Baab gegen die österreichische Grenze zu marschieren und traf am 5. Oktober in Wieselburg und Ung.-Altenburg ein, wo er mit seinen ermüdeten Truppen eine zweitägige Bast hielt. Als willkommene Verstärkung vereinigten sich hier noch zwei Divisionen des Begiments Kreß-Ohevaulegers und am 6. Oktober abends GM. Lederer, von Bruck a. d. Leitha kommend, mit einer Division Sachsen-Kürassiere (seit 1. Oktober 1867 Dragonerregiment Nr. 3), drei Kompagnien Erzherzog Stephan, einer Baketen- und einer sechspfündigen Fußbatterie, mit der Armee des Banus 2). Von Altenburg aus entließ Jellacic ungefähr 10.000 Mann ungeregeltes Aufgebot mit sechs Geschützen, unter Befehl des GM. Theodorovich, zum Schutze des von Truppen entblößten Kroatien in die Heimat3). Am 7. Oktober abends erhielt der Banus die Nachricht von den Vorgängen in Wien und säumte nun keinen Augenblick, um in Gewaltmärschen vor die Hauptstadt zu rücken und seine Truppen für den Dienst des Kaisers und des gesamten Vaterlandes zur Verfügung zu stellen. Schon am 10. Oktober hatte er seine Armee südlich bei Wien versammelt und trat am selben Tage durch die Kavalleriebrigade Lederer, welche beim Neugebäude ein Lager bezog, mit dem Korps Auersperg in Verbindung4). 0 Das Protokoll wird, nachdem es in der Literatur über das Jahr 1848 bisher noch nicht veröffentlicht erscheint, im Anhang I angeführt. Siehe auch Helfert, Geschichte Österreichs etc., I, 465. Anmerkung 31. 2) K. A., F. A. 1848, Korps Jellacic, X, 12. 3) Ebenda, 31. 4) Ebenda, 41.