Mitteilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 4. (Dritte Folge, 1906)

Major Semek: Repressaliengefechte gegen die Montenegriner im Jahre 1838

Repressaliengefechte gegen die Montenegriner. 165 Pfade, die, für den Verlauf der zu schildernden Ereignisse von Wichtigkeit, bei diesen ihre Beschreibung finden. Einem Einfall der Montenegriner in die Monarchie boten die Stadt Cattaro, der Landstrich ^uppa und das Pastrovicchio die meiste Beute ]). Cattaro schützte aber seine allzugroße Wider­standskraft, die nur Geschütze brechen konnten, die Zuppa war zu weit entfernt und außerdem durch das Eort S. Trinitä be­schirmt. So blieb nur das Gebiet Pastrovicchio bedroht. Ein Überfall desselben sicherte reichen Kaub, die scheidende Grenze lag nahe am Meere, die Festsetzung an diesem war nach der leichten Erwerbung Castellastuas nicht schwierig; die speziell für diese Gegend verwickelte Grenzfrage gab einen steten und den besten Anlaß zu Feindseligkeiten. Für einen Angriff Österreichs waren von den 25 Fußsteigen, die in das Hochland führten, nur sechs und auch diese nur teilweise gangbar. Vor allem jener aus Cattaro, der solange er österreichischem Boden folgte, sich bereits zur gangbaren Kommunikation erweitert hatte, auf montenegrinischem Gebiet aber, bis hinab ins Cettatal, ungebahnt und höchst schwierig blieb. Dieser Weg führte über Negus, den Hauptort der gleichnamigen Nahia und über Baici. Weiter ein Weg von Dobrota nach Vucido, St. Elia; ein Weg von Dub, der den Lóvéén südlich umlief; ein solcher vom Kloster Stanjevich, südöstlich des Berges Mastori, über St. Nicola, Belosi — alle nach Cettinje leitend. Ferner eine Kommunikation von Braic, nordwestlich vom Berge Seostik gegen Cettinje und vom Kastell Gomila südöstlich um den Monte Bandiera gegen Uterg. Schon vor 1835 waren sowohl Czernagora als Brda je in 4 Distrikte, Nahien nennt sie der heimatliche Laut, geteilt. Jene der Czernagora hießen: Katunska, an Cattaro grenzend, Czernicka an das österreichische Pastrovicchio, ferner Kiecka und Lezantka; jene Brdas: Belopavlic, Piperi, Mo- racka und Kucka, alle an türkisches Gebiet schließend. Der Väter alter Sitte treu, teilte sich jede Nahia in Stämme, diese schieden sich in Gemeinden und Familien. Freie Siehe Beilage 3.

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