Mitteilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 4. (Dritte Folge, 1906)

Hauptmann Just: Das Herzogtum Warschau von seinen Anfängen bis zum Kampf mit Österreich 1809

Das Herzogtum Warschau. 85 tionen des Kaisers dem Fürsten Poniatowski Mitteilung machte, erklärte dieser, es zirkulierten Gerüchte, welche die Absichten Napoleons herabsetzten, die Erinnerung an San Domingo neuerdings wachriefen, Poniatowski wünschte die Besetzung der Komman- dantenstellen mit supernumerären Offizieren, was Davout aber nicht zugab. Die Bayonner Konvention machte den Be­sprechungen ein Ende1). In einem Zusatzartikel übernahm Napoleon die 8000 Mann und Davout ging sofort daran, die Ausrüstung und Absendung derselben durchzuführen. Welche Regimenter abzugehen hatten, blieb nicht der Ent­scheidung des Kriegsministers anheimgestellt. Davout be­stimmte das 4. Infanterieregiment aus Warschau, das 7. Infan­terieregiment aus Kalisz, das 9. Infanterieregiment aus Lowicz, deren Kommandanten, die Obersten Felix Graf Potocki, Sobolewski und Fürst Sulkowski, als tüchtige Führer galten und durch ihre Ergebenheit an die französische Sache bekannt waren. Die Regimenter wurden auf drei Bataillone mit Kriegsstärke gebracht; eine Kompagnie Fußartillerie und Sappeure sollten mitfolgen. Davout besichtigte vor dem Abgehen die einzelnen Truppenkörper, fand dieselben in bestem Stande, das Offiziers­korps geeignet, auch den strengsten Anforderungen zu ent­sprechen. Die Bewaffnung jedoch ließ fast alles zu wünschen übrig; ein Drittel der Mannschaft war ohne Gewehre, der Rest mit Flinten verschiedener Systeme und Kaliber ver­sehen* 2). Die Ausrüstung wurde in Breslau auf französische Kosten beendet und die polnische Division über Mainz3) nach Frankreich und Spanien geschickt, wo sie um den 12. Dezember in den Verband des IV. Korps trat4). au sieur Bourgoing pour qu’il accélére le départ de oes troupes et pour qu’on ne fasse partir des compagnies ä moins qu’elles ne soient ä 140 homines éffectives. Ce n’est pás une nuée d’offioiers que je veux, mais des corps dönt je puisse me servir.” ’) Seite 68 und Anhang VII. 2) C. d. D., Tom. II, 174, Nr. 452; 184, Nr. 456; 211, Nr. 468; 250, Nr. 483; 277, Nr. 500; 287, Nr. 509. 8) C. d. N. I., Tom. XVII, 419, Nr. 14.233. 4) Anhang VIII.

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