Mitteilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 4. (Dritte Folge, 1906)
Hauptmann Just: Das Herzogtum Warschau von seinen Anfängen bis zum Kampf mit Österreich 1809
Das Herzogtum Warschau. 81 wahre Harmonie zu erzielen, paralysierte. Zaj a ezek erklärte, französischer General zu sein, und verweigerte offen den Gehorsam, so daß Fürst Poniatowski sich bei Davout in den bittersten Worten beklagte. Zaj^czeks Betragen sei „skandalös”, geeignet des Fürsten Ansehen völlig zu untergraben. Erst als Davout mit allem Nachdruck betonte, Zaj^czek wie D^browski hätten mit der französischen Armee nichts zu schaffen, sondern stünden im Dienste des Herzogtums, ließen beide von ihrer offenkundigen Opposition gegen den Kriegsminister ab1). Volle Genugtuung erhielt Fürst Poniatowski trotzdem auch jetzt nicht, denn beide Generale wurden nur angewiesen, die Verfügungen des Kriegsministers in ministeriellen Angelegenheiten zu respektieren, während sie alle übrigen Befehle von Davout als dem Höchstkommandierenden aller Truppen im Herzogtum empfangen sollten* 2 3). Davout zweifelte selbst daran, zwischen den polnischen Generalen ein gutes Einvernehmen herzustellen 8); ein gedeihliches Zusammenwirken derselben blieb ausgeschlossen. Selbst kleinliche Angelegenheiten gaben Grund zu langen und gereizten Auseinandersetzungen. D^browski remonstrierte gegen die hohe Nummernbezeichnung der Infanterieregimenter seiner Legion, welche doch vor der des Fürsten errichtet worden sei4 *); Zaj^czek aber hatte immer zu klagen, daß Fürst Poniatowski die Truppen der eigenen Legion bevorzuge und den Bedarf an Ausrüstungsgegenständen und Monturssorten für die zweite Legion nur schlecht und nachlässig decke. Nationale Begeisterung hatte im Kriege die Truppen zusammengehalten, Zwietracht und Unbotmäßigkeit drohte die Friedensarbeit zu stören, für welche der Armee nur eine kurze Zeitspanne beschieden sein sollte. *) C. d. D., Tom. II, 11, Nr. 352; 119, Nr. 416; 125, Nr. 420; C. d. N. I., Tom. XV, 545, Nr. 13.072. *) C. d. D., Tom. II, 24, Nr. 357. 3) Ebenda, 25, Nr. 359: „Je ferai tout, ce qui dépendra de moi pour maintenir la bonne harmonie entre les généraux polonais, mais je crains bien de n’y pas reussir.” 4) Ebenda. Mitteilungen des k. und k. Kriegsarchivs. Dritte Folge. IV. Bd. 6