Mitteilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs - Supplement. Geschichte der K. und K. Wehrmacht 4. (1905)

Die Artillerie - Geschicht der Organisation und Entwicklung der k. und k. Feld-Artillerie 1618-1903 - II. Die Feld-Artillerie-Regimenter 1772-1903 - A. Organisation

85 erhalten 8 Geschütze. Es werden nur 2 sechspfündige, 1 zwölfpfündige Fuss- und 2 Cavallerie-Batterien bespannt. Für den Kriegs-Stand vermehren sich obige Abtheilungen des Regiments um die Procento-Abtheilung, dann 1 Cavallerie-Batterie Nr. 13, 1 lange Haubitz-Batterie Nr. 14, beide zu je 8 Geschützen; ferner die Regimenter 2, 9, 10 auf 5, die anderen auf 4 Compagnien. Jene Mannschaft, welche gegenüber dem Kriege im Frieden weniger im Stande geführt wird, gehört in den Stand der Urlauber-Evidenzhaltung. Die nach Formierung des Kriegs-Standes bei den Regimentern 1, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 11, 12 erübrigende Mannschaft kommt zu den Regimentern 2, 9, 10, die daraus die 5. Compagnie aufzustellen haben1). Als Stabs-Orte für die 12 Feld-Artillerie-Regimenter werden bestimmt: 1. Regiment Prag, 2. Regiment Olmütz, 3. Regiment Graz, 4. Regiment Lemberg, 5. Regiment Mantua, 6. Regiment Verona, 7. Regiment Verona, 8. Regiment Mantua, 9. Regiment Wien, 10. und 11. Regiment Ofen-Pest und 12. Regiment Hermannstadt. Je 1 bespannte und 1 unbespannte Batterie desselben Calibers waren in derselben Dislocation und standen im Divisionsverbande wie die Escadronen der Cavallerie. Der theoretische Unterricht, die Ausbildung der Recruten, die Aufstellung der Reit- und Fahrschule, die Commandierung des inneren Dienstes geschah divisionsweise. Nur das Batterie -Exercieren erfolgte batterieweise. Die Compagnien waren für den Dienst in Festungen und bei Belagerungen, ferner für die Munitions-Reserven bestimmt, die Mannschaft derselben wurde zeitweise dem Exercieren mit dem Feld-Geschütze beigezogen. Der Stand eines Regiments betrug beim Stabe 62 (44), bei der Urlauber- Evidenzhaltung 2 (2), bei den Batterien 2769 (1518), bei den Compagnien 964 (453), bei der Procento-Abtheilung 160, in Summa 3898 (2010) Mann; bei den Regimentern 2, 9, 10 aber 4124 Mann* 2). Regiments- und Stabsofficiers-Adjutanten, dann die Stabs-Trompeter waren beritten. Die Aufstellung der Neuformationen für den Krieg hatte erst über höhere Weisung zu erfolgen. Die Urlauber-Evidenzhaltung blieb beim Ausmarsche in der Regel zurück; ihr oblag der Nachschub der Ergänzungen an die Procento- Abtheilungen, welche den Ersatz für die Regiments-Abtheilungen besorgten. Die Inhaber hatten nur dann auf einen über den Stand geführten Adjutanten Anspruch, wenn sie nicht schon nach ihrer Dienstesstellung einen solchen hatten. Im Verhältnis zur Organisation von 1850 ergeben sich 1854 folgende Veränderungen: Die viererlei Stände als Kriegs-, höherer und minderer Bereitschafts-Stand und Friedens-Stand entfielen. Es gab nur mehr einen Kriegs- und einen Friedens-Stand. Ferner wurden neu aufgestellt: im Frieden die Urlauber-EvideDzhaltung, im Krieg die Procento-Abtheilung statt der Procento-Divisionen. Weiters erscheinen neu an Stabspersonen: Der Evidenzhaltungs-Ofäcier, 1 Rechnungs-Official, 4 (3) Rechnungs-Accessisten und im Kriege der Proviant- Officier. Gänzlich entfiel die Charge des Rechnungsführers und des Rechnungs­führers-Adjuncten. Vermindert wurde die Zahl der Majore auf 4 (3), der Stabsofficiers- Adjutanten auf 4 (3), der Oberärzte auf 3 (2), der Unterärzte auf (4), der Stabs-Trompeter auf 4. Vermehrt wurden im Kriege die Ober-Wundärzte und Unterärzte um je einen. Bei den Batterien und Compagnien wurde das Verhältnis der Haupt­leute I. und II. Classe im Frieden auf 10 : 5, im Kriege auf 13 : 6, bei den Regimentern 2, 9, 10 auf 13 : 7 bestimmt. Ebenso erscheint die Zahl der Corporale und Trompeter, dann jene der übrigen Mannschaft, theils im Frieden, theils auch im Kriege, gegenüber 1850 vermehrt. Der Stand einer langen Haubitz-Batterie war dem Kriegs-Stande einer Zwölfpfünder-Batterie gleich. J) Diese Regimenter waren am Kriegs-Stand. 2) Die Zahlen in Klammern beziehen sich, auf den Friedens-Stand.

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