Mitteilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs - Supplement. Geschichte der K. und K. Wehrmacht 4. (1905)

Die Artillerie - Organisation und Entwicklung des Feld-Zeugamtes 1772-1850

253 An Veränderungen im Personal des Feld-Zeugamtes ist zu erwähnen, dass der bisherige Oberarzt seit März 1800 als Corps-Arzt bezeichnet wurde. Die mit Friedensschluss angeordnete Verschiebung der bisherigen Posten war folgende: Mit dem Verluste Krakaus entfiel der Posten daselbst. Im Januar wurden jene in Peterwardein (Filiale Temesvár) und Carlsburg reac- tiviert, der zu Esseg kehrte nach Graz zurück; Esseg erhielt wie früher eine Filiale. Der ehemalige Posten Brünn blieb in Olmütz. Für Brünn stellte das Feld-Zeugamts-Detachement des 3. Armee-Corps im Februar einen neuen Posten auf, während jenes des 6. und theilweise des 2. Armee-Corps den zu Budweis bildete. Die Posten Carlstadt und Leopoldstadt entfielen; der Stand des Feld- Zeugamtes wurde auf den bisherigen Friedens-Stand restringiert *). Mit dem Beginne kriegerischer Ereignisse erhielt der Posten Lemberg im April 1812 die Bestimmung als Feld-Zeugamts-Detachement des Obser­vations-Corps, später im August jener zu Carlsburg dieselbe für die sieben- bürgische Ausrüstung. Die nöthig gewordene Standeserhöhung auf 497 Mann erfolgte mit hauptzeugämtlichem ßescript vom 12. März 1812. Januar 1813 wurden der Carlsburger und Lemberger Posten wieder aufgestellt und zwar beide aus der siebenbürgischen (später galizischen) Aus­rüstung. Doch erscheint letzterer schon im April zum Detachement des Corps de reserve, ersterer im Juli zum Temesvárer Detachement, das im October zur Donau-Armee kam, eingetheilt. Der Peterwardeiner Posten wurde im September der in Inner-Oesterreich sich bildenden Armee als Detachement zugewiesen. Die Standeserhöhungen beim Feld-Zeugamte erfolgten durch die General- Artillerie-Directions-Verordnungen vom 18. Januar auf 631, vom 9. März auf 681, vom 30. März auf 742, vom 3. Juli auf 808, vom 26. August auf 833, vom 27. October auf 887, endlich vom 15. November auf 979 Mann. 1814 blieben die 1813 bestehenden Posten ungeändert, der Stand wurde mit 30. Januar auf 993 Köpfe vermehrt. Seit Februar 1814 erscheinen im Kriege auch Oberärzte beim Feld- Zeugamt eingetheilt. 1815 bildete sich allmählich die auch für späterhin giltige Vertheilung der Posten, indem im Juni jener zu Esseg aufgelöst und dem Wiener, Ofner und Grazer einverleibt, im December der Mainzer aus dem Detachement der 4. Armee-Abtheilung, der Lemberger aus Mannschaft des Brünner und des Detachements der Haupt-Armee, der Veroneser aus dem Detachement der neapolitanischen und italienischen Armee formiert wurden. Der Stand des Feld-Zeugamtes blieb auch 1815 mit 993 Mann festgesetzt. Das Jahr 1816 ergab keine Veränderungen. 1817 April bildete sich der Posten Carlsburg neuerdings und zwar aus dem Grazer und Ofner. Letzterer erhielt nunmehr die Bezeichnung „Pester Posten”. Im September erfolgte die Herabsetzung des Feld-Zeugamtes auf den Friedensfuss von 465 Mann. Doch blieb auch weiterhin ein erhöhter Stand bestehen, denn 1819 hatte das Feld-Zeugamt 1 Major, 1 Hauptmann, 1 Unter­arzt, 9 Munitionäre und 19 Mann überzählig. Die in diesem Jahre bestehenden Posten waren: Wien, Budweis (mit Bergstadtl), Prag (mit Theresienstadt), Brünn, Olmütz, Lemberg, Pest, Carlsburg, Graz, Verona, Mainz. Bemerkt sei hiebei, dass die Feld-Zeugamts-Posten weder nun noch früher ihre Depots und Magazine an jenem Orte haben mussten, wo sie aufgestellt waren und nach welchem sie hiessen, dieselben sollten nur in der Provinz ihrer Dislocation sein2). *) Genau genommen eigentlich auf 466 statt 465 Mann. 2) 1819 waren die feldzeugämtlichen Depots, Magazine und Werkstätten : Für Nieder- Oesterreich, Posten Wien: im Neugebäude, der Simmeringer Heide und auf der Türken­schanze; in Böhmen, Posten Prag: Aujezder Zeughaus, Vysehrader Zeughaus, Reitschule am Hradschin, im Belvedere, auf der Marienschanze, am Laurenzer-Berg—Dependenz Theresienstadt; Posten Budweis: im Artillerie-Bauhof und in Bergstadtl, dann am rothen Hügel; in Mähren. Posten Olmütz: in den Festungswerken und im Arsenalgebäude; in Mähren, Posten Brünn: in nächster Nähe ausserhalb der Stadt; in Ungarn, Posten Ofen: in Kleinzell und im Zeughaus, dann ausserhalb der Stadt Pest; in Slavonien, Posten

Next

/
Oldalképek
Tartalom