Mitteilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs - Supplement. Geschichte der K. und K. Wehrmacht 4. (1905)

Die Artillerie - Organisation und Entwicklung der Gebirgs-Artillerie - I. Gebirgs-Batterien 1793-1890

238 Auf diese Weise bestanden in der Armee drei Arten von Gebirgs- Geschützen und zwar die Raketen-Gebirgs-Geschütze, dann die dreipfündigen Rohr-Geschütze und die zwölfpfündigen Haubitzen. Die daraus zu for­mierenden Batterien wurden nur auf besonderen Befehl ausgerüstet und nach Erfüllung des Zweckes wieder aufgelöst1). Erst mit der Organisation des Raketeur-Regiments als Gebirgs-Regiment 1863, kann von einer be­ständigen Gebirgs-Artillerie gesprochen werden, wenn auch mit Rücksicht auf den Krieg 1859 und die diesem folgende Mobilität der Armee immer eine Anzahl von Gebirgs-Batterien jeder Gattung in Tyrol und Dalmatien auf­gestellt war. Die Zahl der 1863 errichteten Gebirgs-Batterien betrug im Frieden 6 mit je 4 dreipfündigen Stücken und 4 Raketen - Geschützen. Im Kriege wurde die Anzahl verdoppelt und 2 neue Batterien errichtet. Die Aufstellung aller dieser Gebirgs-Batterien konnte im Kriege beliebig als Raketen- oder Rohr-Batterie' erfolgen. Mit der Dissolvierung des Raketeur- und Gebirgs-Artillerie-Regiments* 2) kamen 2 Friedens-Batterien zum Küsten-Artillerie-Regimente, 2 zum 5. und 1 zum 10. Artillerie-Regimente, der Rest wurde aufgelöst. Jene Raketen-Gebirgs- Batterien, welche zum Küsten- und 5. Artillerie-Regimente kamen, wurden zu dreipfündigen Gebirgs-Batterien umgestaltet, die Raketen-Gebirgs-Batterie für das 10. Regiment zu einer Raketen-Batterie umgewandelt. Diese Umänderung war mit 1. März 1865 durchgeführt, aber schon mit 1. Juni 1867 wurden die nunmehrigen dreipfündigen Gebirgs-Batterien des 5. Regiments und die schon 1866 zu einer dreipfündigen Gebirgs-Batterie um­geformte ehemalige Raketen-Batterie des 7. Regiments dem Festungs-Artillerie- Bataillone Nr. 9 als Friedens-Gebirgs-Batterien mit den Nummern 1, 3, 5 zu­gewiesen, während 1868 die Gebirgs-Batterien des Küsten-Artillerie-Regiments zu den Festungs-Artillerie-Bataillonen Nr. 11 und 12 eingetheilt wurden, wobei iedes der Bataillone eine Friedens-Batterie erhielt. Der Stand einer solchen Gebirgs-Batterie betrug im Frieden 94 Mann, im Kriege 103. Als Commandant erscheint im Frieden ein Hauptmann, im Kriege ein solcher oder ein Oberlieutenant. Im Kriege erhielt die Batterie 52 Pferde und Tragthiere, hatte 4 dreipfündige Geschütze und 2 zweispännige Fuhren. Für die Gebirgs-Batterien war im Kriege ein zwölfprocentiger Ersatz an Reitpferden und ein zehnprocentiger an Tragthieren fixiert. Der Stand erlitt 1876 keine Aenderung. Auch die Anzahl der Gebirgs-Batterien, das ist 5 im Kriege, blieb bis 1878 bestehen. Mit Rücksicht auf die Occupation wurden in diesem Jahre von dem Festungs-Artillerie-Bataillon Nr. 1 4 Gebirgs-Batterien mit den Nummern 1 bis 4; vom Festungs-Artillerie-Bataillon Nr. 3 ebenfalls 4 mit den Nummern 1 bis 4, vom Festungs-Artillerie-Bataillon Nr. 4 deren 3 mit den Nummern 1 bis 3, vom Festungs-Artillerie-Bataillon Nr. 8 eine mit der Nummer 1, vom Festungs-Artillerie-Bataillon Nr. 9 die Kriegs-Batterien 1 bis 6, vom Festungs- Artillerie-Bataillon Nr. 10 3 Batterien mit den Nummern 1 bis 3, vom Festungs- Artillerie-Bataillone Nr. 11 deren 2 mit den Nummern 1 bis 2, endlich vom Festungs-Artillerie-Bataillon Nr. 12 deren 4 mit den Nummern 1 bis 4 auf­gestellt3). Mit der Demobilisierung im Jahre 1879 wurden mit 28. März die Batterien 4/1, l/III, 3/IH, 2/X, I/IV und dann mit 4. October 1/1, 2/III, 2/IV. I/X aufgelöst und die Gebirgs-Batterien 4/III als Nr. 3, 3/1V als Nr. 4. 1/VI1I als Nr. 5, 3/X als Nr. 6 zum 11. Festungs-Artillerie-Bataillon. die Gebirgs- Batterien 2/1 als Nr. 5, 3/1 als Nr. 6 zum 12. Festungs-Artillerie-Bataillon eingetheilt4). Es bestanden also weiterhin an Gebirgs-Batterien jene des 9. Festungs-Artillerie-Bataillons (Nr. 1, 3, 5) und jene des 11. und 12. (je mit den Nummern 1 bis 6). Hiedurch waren für den Krieg, da dann das 9. Bataillon seine Batterien verdoppelte, 18 Gebirgs-Batterien verwendbar. x) Siehe Kaketeur- und Gebirgs-Artillerie-Regiment. 2) Bei der Auflösung stand das Regiment mit o Batterien am Kriegs-Stand, formierte also 10 Kriegs-Batterien, dann 1 Friedens-Compagnie, ferner waren die Kriegs- Batterien Nr. 18 und 14 aufgestellt. 3) R. K. M., Reg. 1878, Praes. 101 1/1; 101 6/7; Nr. 4870, 4871. 101 11/4; 101 15/1. 4) R. K. M., Reg. 1879, Praes. Nr. 4380, 3756, 1593. 53-15 , 5871.

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