Mitteilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs - Supplement. Geschichte der K. und K. Wehrmacht 4. (1905)

Die Artillerie - Entstehung und Organisation des Küsten-Artillerie-Regiments 1854 bis 1868

210 Die Berechnung des nothwendigen Mannschafts-Standes zur genügenden Dotierung der Küstenplätze ergab eine Summe von 2809 Artilleristen. Die Commission schlug daher die Errichtung eines .Regiments zu 4 Bataillonen & 4 Compagnien mit 180 Gemeinen vor. Diesem Anträge wurde jedoch nicht gänzlich Folge gegeben. Die neue Organisation welche die Aufstellung eines Küsten - Begnments anordnete, gliederte dasselbe in den Stab, eine Urlauber-Evidenzhaltung und 3 Bataillone ä 4 Compagnien. Im Kriege war jedes Bataillon um eine weitere Compagnie zu vermehren. Die Mannschaft dieser Compagnie wurde schon im Frieden im. Grund­buchs-Stande geführt. Jedes Bataillon war administrativ selbständig, die Urlauber-Evidenz- lialtung jedoch eine gemeinsame. Der Stand des Stabes betrug nebst dem Oberst-Inhaber und dem Oberst- Regiments-Commandanten je 1 Regiments-Caplan, Auditor, Arzt und Adju­tanten, 1 Ober-Wundarzt, 1 Rechnungs-Official, 1 Regiments-Trompeter, 1 Profoss, 6 Officiersdiener. Die Urlauber-Evidenzhaltung bestand aus dem Evidenzhaltungs-Officier, 1 Officiersdiener. Die Bataillons-Stäbe waren gebildet: aus dem Major oder Oberstlieutenant als Commandanten, 1 Adjutanten, 1 Oberarzt, 2 Unterärzten, 3 Officiers- dienern, dann beim 2. und 3. Bataillon auch 1 Rechnungs-Official. Für das I. Bataillon in Triest führte der Rechnungs-Official des Regiments-Stabes die Geschäfte. Die Compagnien formierten sich aus: 1 Hauptmann als Commandanten, 1 Oberlieutenant, 1 Unterlieutenant 1. Classe, 1 Unterlieutenant II. Classe, 5 Feuerwerkern, 16 Corporalen, 2 Trompetern, 20 Vormeistern, 45 Ober-, 55 Unter-Kanonieren, 4 Officiersdienern, in Summa aus 151 Köpfen. Der Kriegs-Stand des Regiments-Stabes war um einen Stabsofficier sammt Adjutanten (für das Artillerie-Commando in Pola) und deren Officiersdiener stärker, jener der Bataillons-Stäbe blieb ungeändert. Bei den Compagnien trat im Kriege eine Vermehrung um je 1 Oberlieutenant und 1 ünterlieutenant II. Classe sammt Diener, 3 Feuerwerker, 8 Corporale, 10 Vormeister, je 25 Ober- und Unter-Kanoniere ein. Als Stabs-Station des Regiments wurde Triest bestimmt, als jene der Bataillone Venedig, Triest, Zara. Die Zusammensetzung des Küsten-Artillerie-Regiments erfolgte aus 5 Compagnien des 5., dann aus je 4 Compagnien des 6. und 7. bisherigen Festungs-Artillerie-Bataillons. Das 1. Bataillon wurde nämlich mit dem Kriegs- Stand, also mit 5 Compagnien aufgestellt. Die Acten dieser drei Bataillone kamen ebenfalls zum Küsten-Regimente, dem auch die Verpflegsrechnungen des Venetian er, Dalmatiner und Triester Artillerie-Zeugs-Verwaltungs-Districtes aufgetragen wurde. Zum Inhaber wurde FML. Carl Baron Stein ernannt. Der Zweck des Küsten-Artillerie-Regiments bestand, wie auch schon aus dem eingangs Gesagten erhellt, in der Bemannung der in den Küsten­plätzen und Küsten-Batterien aufgestellten Geschütze und der Ausführung von Armierungs- und Artillerie-Vertheidigungs-Arbeiten. Die Dispositionen über die Verwendung im Kriege erfolgten erst im Mobilisierungsfalle. Mit der Organisation des Jahres 1860 wurden im Frieden 6, im Kriege 8 Führer normiert, dafür die Zahl der Corporale um ebensoviele vermindert, ferner für den Frieden nur 1 Trompeter systemisiert, der Mannschafts-Stand so vermehrt, dass der Friedens-Stand der Compagnien nun 17u, der Kriegs- Stand 226 Mann betrug. Weiters erhielt jedes Bataillon im Kriege eine Depot-Compagnie mit dem Stande einer Kriegs-Compagnie. Die Zahl der Feld-Compagnien des Bataillons blieb unverändert (für den Frieden 4. für den Krieg 5). Beim Regiments-Stabe wurde der Inhaber in Abgang gebracht, dagegen die Bataillons-Stäbe eingetheilt, ferner entfiel einer der bisher bei den Bataillons- Stäben eingetheilt gewesenen Oberärzte. Neu systemisiert erscheinen drei Stabstrompeter, dann die Regiments-Musik, welche im Kriege aufzulösen war;

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