Mitteilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs - Supplement. Geschichte der K. und K. Wehrmacht 4. (1905)
Die Artillerie - Organisation und Entwicklung des Raketeur- und Gebirgs-Artillerie-Regiments 1817-1865 - C. Adjustierung
204 erhielt statt der Hosen aus weissem Tucli und der Stiefel lichtblaue Tuchhosen und ungarische Schuhe, wie die Marine-Artillerie. Die Privatdiener glichen jenen der Artillerie-Regimenter, hatten aber auf dem Kockkragen, die Granate. Die Knöpfe waren nach Art des Eeuer- werks-Corps. Die Cartouche bei den Leuten der Feld-Compagnien diente zur Aufbewahrung der Requisiten für das Raketen-Geschütz. Diese Bestimmungen blieben auch in der Adjustierungs-Vorschrift von 1840 ungeändert. Neu war nur die Verzierung der Cartouche des Gemeinen mit der messingenen Granate, welche bei diesem wie bei allen Chargen, die einen Säbel- Ueberschwungriemen trugen, auch auf letzterem angebracht war. Die nunmehrigen Ober-Feuerwerker unterschieden sich von den Officieren des Corps so wie die Ober-Feuerwerker des Bombardier-Corps von den Officieren desselben. Die Obermeister waren wie die Ober-Feuerwerker adjustiert. Die Unter- Meister erhielten nun statt des Infanterie-Kittels den Cavallerie-Kittel. Mit Circ. Verordn, vom 25. Februar 1850 wurde der Csako als Kopfbedeckung eingeführt und das Tragen der Artillerie-Lagermützen wie bei der Infanterie verfügt, ferner Cavailerie-Säbel nach neuer Art für alle damit Bewaffneten ausgegeben, die Cartouche auch für Feuerwerker und Corporate normiert. Die Trompeter erhielten am Kragen, den Aufschlägen und Achseldecken Kameelhaar-Borten, der Corps-Trompeter eine Goldborte. Mit 19. März 1850x) erschien mit Rücksicht auf die neue Organisation eine neue Adjustierungs-Vorschrift für die Artillerie. Die Anordnungen für die Form und Details des Csakos erfolgten jedoch erst mit Allerhöchster Entsehliessung vom 22. October 18502), vorläufig nur für die Mannschaft und mit Allerhöchstem Befehlschreiben vom 5. December d. J.3) auch für die Officiere. Der Csako war aus wasserdichtem Filz mit ledernem Deckel und Schirm, vorn 53/*, hinten 63/i Zoll hoch und nach oben massig verjüngt. Vorn war nur der Doppeladler, der beim Raketeur-Corps ohne Nummer und Abzeichen blieb und die Rose, letztere von Messing und in der Mitte schwarz lackiert. Auch mit dieser Adjustierungs-Vorschrift blieb der Unter-Raketeur dem Unter-Kanonier gleich, von dem er sich nur nach der bisherigen Anordnung durch die Granate am Ueberschwungriemen, nach der jetzigen auch durch den Csako- Adler ohne Nummer und dadurch unterschied, dass er wie früher das Reisszeug nunmehr auch den Zollaufsatz und die Raumnadel nicht erhielt. Der Ober-Raketeur war wie der Unter-Raketeur adjustiert, ebenso der Vormeister, nur trug er den Waffenrock wie der Kanonier-Vormeister, d. h. er hatte die weissen Distinctionssterne Der Corporal, Feuerwerker, Bespannungs-Artillerist, Trompeter und Stabstrompeter waren jenen der Artillerie- Regimenter gleich. Das Reitzeug der gesammten Artillerie glich jenem der Husaren, doch war die Obergurte mit einer Rollschnalle und der Obergurtenstrupfe versehen. Die Bewaffnung war wie bei der Feld-Artillerie: Unter-Raketeure, Ober- Raketeure, Vormeister mit Infanterie-Säbel; Corporate, Feuerwerker, Bespannungs-Artilleristen, Trompeter, Corps-Trompeter mit Cavallerie-Säbel an rothjuchtenem Säbelgehänge, die Chargen und Corps-Trompeter mit Porte- épée, die anderen mit Handriemen. Der Officiers-Csako hatte die gleiche Form wie jener für die Mannschaft. Mit der Einführung desselben (5. December 1850) wurden für alle Artillerie- Officiere goldene, für die Unterofficiere wollene Csako-Distinctionsborten, welche nach dem Chargengrade verschieden breit waren, normiert. Es unterschieden sich nun die Officiere des Raketeur-Corps von jenen der Artillerie-Regimenter nur dadurch, dass auf dem Csako-Adler die Nummer fehlte. 1 1! Circ. Verordn, vorn 19. März 1850, Nr. 1829/M. K.-) Circ. Verordn, vom 27. November 1850. Nr. 6025/M. IC. B) Circ. Verordn, vom 20. Februar 1851, Nr. 7588/M. K.