Mitteilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 3. (Dritte Folge, 1904)

Major Semek: Die Artillerie im Jahre 1809

68 Sernek. Bei den schon 1808 aufgestellten Artilleriereserven1) geschah der Übergang einfach durch Zusammenstellung der die Batterie bildenden Geschütze. Die bei den Linienregimentern noch befindlichen Geschütze wurden hingegen teils zu diesen Artilleriereserven, teils an die nächsten Artillerie depots ab­gegeben. Die hiedurch in solchen Depots zur Verfügung stehenden Geschütze wurden dann, im Vereine mit den von früher dort befindlichen, derart disponiert, daß in jedem Lande für jene Truppen, welche sich daselbst auszurüsten hatten, die nötige Zahl von Batterien zur Hand war. Bezüglich der Formierung der Batterien stellte sich der neuen Organisation somit kein Hindernis entgegen. Anders gestaltete sich das Verhältnis bezüglich der Bemannung der­selben. Die Liniengeschütze haften bisher ihre Handlanger von jenen Bataillonen erhalten, bei welchen sie eingeteilt waren. Diese Maßregel mußte nun entfallen. Dem Prinzipe der Brigadebatterien entsprach es, diese von der Infanterie völlig unabhängig zu machen und ihre Einteilung nicht mehr nach dem Ausmaße einer bestimmten Truppenzahl festzusetzen. Es wurden daher schon für den Frieden vier Hand­langerdivisionen zu je zwei Kompagnien errichtet. Dieselben gehörten nicht zum Stande der Artillerie­regimenter, sondern waren, wenn auch vom Artillerie­direktor abhängig, doch als vollkommen selbständiges Korps aufgestellt. Die Bildung der Divisionen erfolgte aus den Infanterie­regimentern. Dieselben gaben aber nur den Stamm für die weiteren im Kriege zu formierenden Kompagnien2), welche sich in sogenannte Batterie- und Prozentokompagnien schieden, je nachdem sie ihre Einteilung bei den Geschützen, oder bei der Munitionsreserve fanden. Von den Batteriekompagnien wurde auf jede Artillerie­kompagnie eine gerechnet. Die Prozentokompagnien besorgten auch den Ersatz an Handlangern bei den Geschützen3). 1) In Ungarn und Galizien. 2) Im Jahre 1809 wurden 39 solcher Kompagnien gebildet. 3) K. A., H. K. ß. 1809, K. 12, 41/53.

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