Mitteilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 3. (Dritte Folge, 1904)

Eine Denkschrift des FM. Max Freiherrn von Wimpffen aus dem Jahre 1809

48 Wimpffen. werden wir durch irgend eine Begebenheit, von Komorn ge­trennt oder es treten Überschwemmungen ein, die das De- bouchieren durch das tété de pont am linken Waagufer hindern, so gerät die Armee in die größte Verlegenheit. Selbst die so unumgänglich notwendige Einschließung der Stadt Komorn wurde erst vor kurzem angefangen und zwar durch Redouten von zu geringem Profil gegen Belagerungsgeschütz, mit seichten Gräben und ohne Sturmpfähle. Schon vor längst hätte man mit Erbauung wenigstens eines verschanzten Lagers den Anfang machen sollen und noch wäre es an der Zeit und der Vorsicht angemessen, solches rückwärts zu bewirken. Die Position bei Almás, welche in der Nähe von Komorn gelegen ist und welche die beiden Straßen nach Ofen über Neszmély nach Bánhida deckt, wäre hiezu am angemessensten. Eine andere Stellung könnte hinter der Waag verschanzt werden, allein um alle diese Arbeiten auszuführen, müßte jede verderbliche Schonung des Landes beseitigt werden und es ist wirklich ein niederschlagender Anblick, hier bei Komorn, an dem Aufenthaltsorte Seiner Majestät, beinahe nur Weiber und Kinder an den Befestigungsarbeiten zn sehen. 5. Die Verpflegung der Armee, welche in stehenden Lagern ziemlich gut ist, fehlt beinahe ganz bei Bewegungen in der Nähe des Feindes und an den Tagen des Gefechtes verschmachtet der Soldat vor Mangel und Erschöpfung, eine Ursache, die allein hinlänglich ist, Schlachten verlieren zu machen. Diesem letzteren Übel abzuhelfen, wäre nichts besseres, als an die Spitze der Verpflegsdirektion einen Ge­neral und Offizier zu setzen, der dem Kommandierenden auch in feindlichen Gelegenheiten zur Seite wäre und hinter der Munitionsreserve einen unangreifliehen Vorrat von den transportabelsten und dem Verderben am wenigsten aus­gesetzten Lebensmitteln aufgefahren hätte, die bloß zur Verteilung an den Tagen der Schlacht bestimmt wären und nur auf Befehl des kommandierenden Generals ausgegeben werden dürfen; ein Teil dieser Lebensmittel könnte auch auf Tragtiere geladen sein. 6. Die Überzahl der feindlichen Kavallerie und ihre vermeinte Überlegenheit an Güte und Unternehmungsgeist

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