Mitteilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 3. (Dritte Folge, 1904)
Eine Denkschrift des FM. Max Freiherrn von Wimpffen aus dem Jahre 1809
42 Wimpffen. Eure Majestät! Durch mehrere in E. M. Dienst vor dem Feinde erhaltene Wunden zum Krüppel geschossen, konnte ich nur mit äußerster Anstrengung Kriegsdienste leisten. In diesem Gefühle, verbunden mit jenen der großen und seltenen Eigenschaften, welche die Ausfüllung der Stelle eines Chefs des Generalstabes unbedingt fordert, erklärte ich mich damals, als E. M. mich hiezu gnädigst ernannten, unfähig, dieses Amt zu bekleiden. Ich bat S. k. H. den Erzherzog Karl, diese meine Erklärung zu Füßen E. M. zu legen, indem ich es für Pflicht des ehrlichen Mannes hielt, seinen Ehrgeiz nicht über seine Fähigkeiten reichen zu lassen. Der damalige Generalissimus lehnte meine Erklärung ab und befahl mir, dieses Amt zu übernehmen, zu dem ich wenig Beruf fühlte. Die militärischen Gesetze geboten mir, zu gehorchen und meine Anhänglichkeit für E. M. Dienst forderte mich auf, in einem Zeitpunkte des Unglückes, die äußersten Bemühungen anzustrengen und im Verhältnisse meiner Fähigkeiten beizutragen, der Lage der Dinge einen Umschwung zu geben. Nach den Unfällen bei Regensburg hielt man die erste Schlacht, wenn sie verloren ginge, entscheidend für das Schicksal der Monarchie. Sie wurde gewonnen und die Monarchie gerettet. Allein die Unmöglichkeit der Verfolgung des Feindes und die in Friedenszeiten vernachlässigte Erbauung mehrerer tétes de ponts an der Donau hinderten, der Schlacht von Aspern große Folgen zu geben. Nun sollte die zweite Schlacht die entscheidende sein.