Mitteilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 3. (Dritte Folge, 1904)

Hauptmann Veltzé: Aus den Tagen von Pordenone und Sacile. Die österreichische Offensive in Italien 1809 (10. bis 30. April) - Vorrücken der Österreicher bis an den Tagliamento - Gefecht bei Venzone

Aus den Tagen von Pordenone und Sacile. 147 Nun wurden unter großen Beschwerden die steilen, felsigen Abhänge des Berges erklettert, während das Banal­bataillon die sich zurückwälzenden französischen Kolonnen mit einem wohlgezielten Feuer überschüttete. Ott-Husaren und die Artillerie, dann eine Division Franz Karl blieben im Tale und deckten die Straße. Die österreichischen Truppen hielten jetzt im großen und ganzen jene Linie, welche die Franzosen zu Beginn des Gefechtes besetzt und trotz der doppelten Übermacht nicht zu halten gewußt hatten. Broussier hatte mittlerweile die beiden Reserve­bataillone und ein Bataillon der Besatzung von Osoppo — alle vom 92. Linienregiment — an sieh gezogen und erneuerte, so verstärkt, den Angriff gegen den am Monte Comielli und bei S. Ágnese stehenden linken Flügel der Österreicher; hier war, infolge der Ermüdung der Truppen, angeordnet worden, daß jede Kompagnie nur einen Zug in der Schützenlinie zu verwenden und halbstündig abzulösen habe. Die Banalisten hatten sich in dem günstigen Terrain so eingenistet, sie waren infolge ihrer ausgezeichneten Deckun­gen dem auf offenem Felde operierenden Gegner so über­legen, daß sie die wiederholten Versuche desselben, sich wieder in den Besitz des Höhenzuges zu setzen, fast mühelos abschlugen. Auch im Tale war es den Franzosen nicht möglich, auch nur einen Schritt an Boden zu gewinnen; alle Anstrengungen scheiterten hier an dem kräftigen, zielbewußten Zusammen­wirken aller drei Waffen. Das Feuer wurde immer schwächer und verstummte nach fast ununterbrochener, elfstündiger Dauer endlich ganz. Broussier hatte das Nutzlose seines Beginnens eingesehen und zog sich auf den Straßen gegen Gemona und Osoppo zurück. Hier erreichte ihn der Befehl des Vizekönigs, das bei letzterem Orte gelegene Fort zu verproviantieren, noch im Laufe der Nacht bei Dignano den Tagliamento zu übersetzen und sich am rechten Ufer dieses Flusses aufzustellen1). b Der französische General Pelet berichtet in seinem Werke über das Jahr 1809 (III, 145, 146, siehe auch Geschichte des k. k. 53. In­fanterieregiments, 167), daß Broussier den Bückzugsbefehl schon um 10*

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