Mitteilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 3. (Dritte Folge, 1904)

Hauptmann Veltzé: Aus den Tagen von Pordenone und Sacile. Die österreichische Offensive in Italien 1809 (10. bis 30. April) - Die Armee des Erzherzogs Johann

128 V e 11 z é. Die Hauptkraft, 33 Bataillone, 32 Eskadronen, 60 Ge­schütze, war um Tarvis massiert1). Zum Einbrüche nach Italien standen diesem Heeresteile zwei Hauptverkehrsadern zur Verfügung: Jene über Pontebba und durch das Fellatal (Val di Ferro) in die Niederungen des Tagliamento, dann die Straße über den Predil nach Karfreit und durch das Tal des Natisone gegen Cividale. Die erstere ist wesentlich kürzer und bietet weniger Terrainschwierigkeiten, da sie ununterbrochen im Tale läuft; sie hat überdies den Vorteil, daß man nach Forcierung dieses Defiles den Gegner zwingt das ganze Land zwischen Isonzo und Tagliamento preiszugeben und hinter diesen Fluß zurück­zugehen. Wenn man der Straße durch das Kanaltal folgt, erreicht man bei Pontebba die Grenze Italiens2); von da bis Villa­nova ist das Fellatal schmal und felsig, die Straße welche öfter das Ufer wechselt und der gleichnamige Fluß nehmen die ganze Breite desselben ein; dort wo die Seitengräben von Baccolano, Aripa und Besia münden, sind mäßige Talerweite­rungen mit bewohnten Flecken. Etwas nördlich von Baccolano ist das Tal am engsten und wird durch eine aus Stein erbaute, mit Toren versehene Befestigung, die Chiusa Veneta3), gesperrt; wenn die Brücke abgebrochen ist, läßt sich dieser Posten selbst gegen vielfache Übermacht längere Zeit halten, falls es dem Angreifer nicht gelingt auf Gebirgssteigen, vornehmlich auf jenem vom Baibiersee nach Baccolano, dem Engpässe in den Bücken zu gelangen. Bis zur Einmündung des breiten Taghamentotales behält jenes der Fella diesen Charakter; bei Moggio und Tolmezzo münden noch jene Wege ein, welche von Kärnten aus eine Unterstützung des Vorrückens ermöglichen. Bei Venzone und Ospedaletto gestattet die Talbreite schon die Entwicklung stärkerer Kräfte und ermöglicht dem Verteidiger, gestützt auf die im Bücken befindliche Feste Osoppo, einen nachhaltigen Widerstand; die letzten, fächer­>) K. A., F. A. 1809, Ital., IV, 16. 2) Siehe Hormayr, 51. s) Auch Chiusa forte oder Alte Klause genannt.

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