Mitteilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 3. (Dritte Folge, 1904)
Major Semek: Die Artillerie im Jahre 1809
Die Artillerie im Jahre 1809. 107 eine Unferstützungsreserve zwischen die Hauptreserve und die Brigadebatterien eingeschoben. Auch wird schon früher die Hauptreserve als 1., die schwere Reserve als 2. Reserveabteilung bezeichnet. Der Armeebefehl vom 6. Juli ordnet sogar an, daß die Korps am Rückmärsche von Wagram ihre zugewiesenen Munitionsreserven bei den Batterien einzuteilen haben1). Die Unterstützungsreserve, wie sie mit Ende August bei den Korps der Hauptarmee bestand2 3), setzte sich aus jenen Batterien samt Munition zusammen, welche nicht bei den Brigaden in Verwendung waren, sowie aus einer Anzahl von Reservefuhrwerken, welche dem Verbände der bisherigen Hauptreserve (1. Abteilung) entnommen wurden8). Zu diesem Zeitpunkte waren also bei jedem Korps der Hauptarmee drei Arten von Reserven und zwar die Unterstützungsreserve, bestehend aus Geschützen und Munitionsfuhrwerken, die Hauptreserve oder 1. Reserveabteilung und die schwere Reserve oder 2. Reserveabteilung, beide nur aus Munitionsfuhrwerken gebildet. Mit Ende September4) sind die beiden Reserveabteilungen bereits aus der Kolonne des Korps ausgeschieden. In derselben blieb nur mehr die Unterstützungsreserve. Allerdings gehören erstere noch weiterhin in den Verband des Korps und werden nach der Benennung desselben bezeichnet, doch sind sie räumlich miteinander vereint und folgen der Armee in größerer Entfernung, hinter der nun neugebildeten Armeereserve. *) Beiträge zur Geschichte des österreichischen Heerwesens 1757—1814 Es wird daselbst hieraus der Schluß gezogen, daß nach der Schlacht von Wagram die Munitionsunterstützungsreserven bleibend an die Batterien verteilt wurden; das ist wohl nicht zutreffend, denn in den späteren Ausweisen erscheinen dieselben wieder getrennt. 2) K. A., H. K. R. 1809, K. 12, 51/39. 3) Das Prinzip der Einteilung der Brigade-, Positions- und Kavalleriegeschützbatterien blieb wohl aufrecht, wurde aber im Drange der Umstände und Verhältnisse mehrfach durchbrochen. Die Kavalleriegeschützbatterien wurden sogar im Laufe der Zeit, teilweise zu Brigadebatterien der gemischten (leichte Infanterie und Kavallerie) und Kavalleriebrigaden. 4) K. A., H. K. B. 1809, K. 12, 52/27.