Mitteilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 3. (Dritte Folge, 1904)
Major Semek: Die Artillerie im Jahre 1809
104 Sernek. gerückt, doch, fehlten noch für 500 Mann Monturen. Es gingen von Graz ab: Am 15. März nach Klagenfurt 6 Batterien und 2 Handlangerkompagnien, am 18. und 20. März nach Laibach 7 Batterien und ebenfalls 2 Handlangerkompagnien. Die Prozentokompagnien des Handlangerkorps blieben bis zur völligen Einrückung und Montierung ihrer Leute einstweilen in Graz1). Erst gegen Mitte April war die Ausrüstung aller Korps mit Artillerie so ziemlich beendet2), nur bezüglich des Fuhrwesens waren noch Schwierigkeiten vorhanden, wie ein bezüglicher Bericht des Erzherzogs Maximilian an den Generalartilleriedirektor zeigt, indem bei der Hauptarmee noch ein Teil der Reserveartillerie des 3. und 6. Korps und des 1. Reservekorps fehlte3). III. Schlußwort. Die Gestaltung und Einteilung der Artillerie, wie sie im Vorstehenden skizziert wurde, blieb im Laufe des Feldzuges von 1809 nicht unverändert. Speziell die Gliederung der Artilleriereserve war es, die dem jungen Organismus der Armee als nicht homogenes und veraltetes Element eingefügt worden war. Der Prüfstein jeder Kriegsorganisation ist das Feld, bleibt der Kampf. Hier besteht sie ihre Probe, findet aber auch Läuterung und Klärung. Und so zeigten sich im Fortschritte der Ereignisse bald die Mängel der adaptierten Einteilung der Reserve, drängte sich mit unabweisbarer Notwendigkeit eine Änderung derselben auf. Der Hauptfehler, welcher derselben anhaftete, lag darin, daß die erste Unterstützung an Geschützen und Munition, deren die kämpfende Truppe bedurfte, bei der Hauptreserve stand, somit zu weit von der Linie des Kampfes entfernt war. Solange die Mehrzahl der Schlachten die Möglichkeit bot, bestimmte Stellungen einzunehmen, die Truppen in diesen für das Gefecht zu gruppieren und zu verteilen, mit gehöriger, *) K. A., H. K. R. 1809, K. 12, 45/63. 2) K. A., H. K. R. 1809, K. 12, 46/16. 3) K. A., H. K. R. 1809, K. 12, 46/31.