Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs - Supplement. Geschichte K. und K. Wehrmacht 5. (1903)

Sicherheits-Truppen - Der bestandene Militär-Grenz-Cordon

702 Der Gesamtnt-S tarul des in dieser Weise organisierten Militär-Grenz - Cordons bezifferte sieb nunmehr in den einzelnen Provinzen Stabs­Officiere Haupt­leute Ober­! officiere ______ Feldwebel O ?H C D 'S o fr Corporate Gefreite Gemeine Summe Bö hmen................. 3 4 10 12 3 24 151 1209 1416 Mähren und Schlesien . . . 1 1 2 4 1 8 40 370 433 Ober-Oesterreich . I 1 3 4 1 8 48 356 451 Nieder-Oesterreich — 2 1 1 2 14 110 130 Steyermark . . . > 1 1 i 2 1 4 23 185 2189 Kärnthen .... 1 i 2 1 4 23 185 217 Krain mit Görz . 1 2 3 1 6 40 322 375 Summe . . 5 9 21 28 9 56 3452) 27673) 3240 Hiezu kamen noch in Tyrol .... — 1 2 3 1 6 12 O © 32 5 welche jedoch wie bisher dem Begimente Nr. 46 entnommen wurden. Der Cordon in Böhmen wurde in drei Abtheilungen getheilt, von welchen die erste den Grenz-Bayon vom Glatzischen bis zum Iser-Gebirge, die zweite jenen von der Lausitz längs der sächsischen Grenze bis Komotau umfasste, die dritte endlich von dort durch den Egerer Bezirk bis an die oberöster­reichische Grenze reichte4). Jener in Nieder-Oesterreich wurde ganz neu aufgestellt, die übrigen verblieben mehr oder minder in ihrer bisherigen Eintheilung. Der Cordon war nunmehr eine ausschliesslich militärische Institution und erhielt die Mannschaft auch zur Aneiferung die Gebühren nach dem Infanterie-Eusse. Jene Leute, welche sich eines Verbrechens gegen die Gefälls-Ordnung schuldig machten, wurden vom Cordon abgelöst und zu einem Garnisons- Regiment transferiert. Der Maimschaft war untersagt, neben ihrem Dienste ein Handwerk zu betreiben5), wie es bisher den Bancal-Cordonisten gestattet war. Die Bestimmung, dass den Cordonisten ein Drittheil des Erlöses der Contrebande gebühre, blieb aufrecht. Da nunmehr keine berittene Mannschaft mehr beim Cordon eingetheilt war, so wurden zum Ordonnanzdienste eine Anzahl Leute der zunächst dis- locierten Cavallerie-Begimenter commandiert. Zur Verstärkung dieser den Dienst an den Grenzen permanent ver­sehenden Cordons-Mannschaft hatten von jedem Garnisons- (3.) Bataillon der an den Grenzen liegenden Werb-Bezirks-Begimenter noch je 120 Mann mit ihren Offleieren commandiert zu werden; von dieser Mannschaft war auch ein etwaiger Abgang bei den Cordonisten zu ersetzen6). Bür die Mannschaft war nunmehr eine gleichmässige Adjustierung vor­geschrieben, welche jedoch nur successive, bis die alten Sachen ausgetragen t) Hier ist der Stabs-Officier eingerechnet, welchem die Inspicierung sämmtlicher nieder-, ober- und innerösterreichischer Gordons oblag. 2) und 3) Hie Zahl der Gefreiten war ursprünglich mit 112, jene der Gemeinen mit 8000 normiert; da jedoch die Zahl der ersteren sich als unzulänglich erwies, wurde dieselbe erhöht, dagegen jene der Gemeinen um ebensoviele herabgesetzt, so dass die Summe dieser beiden Gruppen unverändert blieb (3112). 4) Hauptorte dieser Abtheilungen waren Königgrätz, Böhmisch-Leipa (Küniginliofj und Pilsen (später Klattau). 5) Has gleiche galt für ihre Weiber. e) Als eine weitere Verstärkung waren die sogenannten ,,Tagwachen” in den Gemeinden anzusehen, welche in einem Rayon von einer bis zwei Meilen einwärts der Grenze unterhalten werden mussten. (K. A,, H. K. R. 1780-16—965.)

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