Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs - Supplement. Geschichte K. und K. Wehrmacht 5. (1903)
Sicherheits-Truppen - I. Die Gendarmerie
617 Der Säbel für Gendarmen zn fuss, welcher eine eigenartige Construction1) und eine Scheide aus Leder erhielt, wurde nicht mehr über die Achsel getragen, sondern in einer Tasche an dem nunmehr um den Leib zu tragenden „Patrontaschenriemen” von schwarzlackiertem Leder, an welchem auch das Bajonnett befestigt wurde2). Die Patrontasche erhielt verringerte Dimensionen u. s. w. Als Feuerwaffe wurden Extra-Corps-Gewehre vorgeschrieben, Tragart wir bisher. Bei der Mannschaft zu Pferd bestanden nur geringfügige Unterschiede am Waffenrock, den Beinkleidern, dem Säbel sammt Kuppel u. s. w. Die Officiere trugen nunmehr auch die Patrontasche, wie die Husaren- Officiere, als Dienstes-Abzeichen galt jedoch wie bisher die Feldbinde. Säbelscheide auch von Leder. Infolge der Einführung eines neuen Jägerhutes — 1863 — erhielt auch die Gendarmerie denselben und war nunmehr an diesem auch bei der Mannschaft an Stelle des Jägerhomes eine Granate anzubringen: weiters hatten alle Officiere und die berittene Mannschaft den Cavallerie-Säbel mit Scheide von Stahl und das Säbelgehänge wie für die Cavallerie-Truppe vorgeschrieben zu tragen. Statt der Kittel wurden 1865 Blousen mit stehendem Kragen eingeführt. Die bisher von den Officieren getragenen Stulp-Handschuhe wurden, als mit der leichten Kopfbedeckung nicht mehr vereinbar, abgeschafft. Mit Allerhöchster Entschliessung vom 28. Januar 1866 wurde die Umwandlung der bestandenen zehn Gendarmerie-Begimenter in 15 „Landes- Gendarmerie-Commanden” angeordnet. Von diesen hatten aufgestellt zu sein: Nr. 1 mit der Stabs-Station Wien ................für Nieder-, Ober-Oesterreich und 2 Prag . . . . Salzburg, Böhmen, 3 V enedig . . . das Lombardisch - Venezia4 55 Brünn. . . . nische, dann Tyrol rmd Vorarlberg, Mähren und Schlesien, r 5 55 ’5 Kaschau. . . Ungarn, 51 6 ’5 Pest . . . . 7 55 55 1? Pressburg. . 51 55 8 55 55 Oedenburg . 55 9 55 Temesvár . . 55 «, 10 55 »5 Klausenburg. • 51 Siebenbürgen, 5’ 11 55 55 55 Lemberg . . * 55 Ost-Galizien und die Buko12 55 Krakau . . . wina, West-Galizien 13 Laibach . . . Steyermark, Xärnthen, Krain 14 55 55 55 55 Agram . . . * 55 und das Küstenland, Croatien und Slavonien, 51 15 15 Zara . . . . Dalmatien. In ähnlicher Weise wie 1860 die Zusammenziehung der Begimenter aus der Zahl von 19 auf 10 durchgeführt wurde, so erfolgte auch jetzt die Aufstellung von fünf neuen Landes-Gendarmerie-Commanden in jenen Kronländern, in welchen nunmehr wieder selbständige Commanden zu fungieren hatten, durch Abgabe eines Theiles des Standes jener Begimenter (Landes-Gendarmerie- Commanden), zu deren Dienstes - Bayon das betreffende Gebiet bisher gehört hatte. So wurde Nr. 4 (Mähren und Schlesien) aus Nr. 2 gebildet; das bisherige Begiment Nr. 4 in die Landes-Gendarmerie-Commanden Nr. 11 (Ost-) und 12 (West-Galizien) getheilt, endlich aus dem Begimente Nr. 10 die Landesx) Das Geiass hatte einen gewendeten, flachen Bügel mit am Ende aufgebogenem Kreuze. 2) Statt desselben 1865 ein Cartouche- und Säbel-Ueberschwung-RLemen von geschwärztem Oberleder, wie für die Jäger-Truppe (mit einigen Abweichungen), vorgeschrieben.