Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs - Supplement. Geschichte K. und K. Wehrmacht 5. (1903)

Die Landes-Vertheidigung - Die Aufgebote in den Erblanden bis 1809 - II. Die Aufgebote in den einzelnen Provinzen

81 Da der genannte Pass die Haupt-Communicat.ion von Ungarn nach Schlesien bildet, so wurde derselbe auch in späteren Zeiten wiederholt als Sammelplatz für Theile des schlesischen Aufgebotes, für welches nunmehr wiederholt die Benennung „Land-Wibranzen” angewendet wurde, bestimmt, so 1680, dann 1688, wo durch die von dem kaiserlichen GFWM. Thimb ge­troffenen Massregeln zur Vertheidigung die Scharen Tököly’s am weiteren Vordringen abgehalten wurden, endlich 1706, wo in gleicher Weise das Land durch die von FML. Grafen Wilczek getroffenen Vertheidigungs-Massregeln (Anlage von Verschanzungen u. s. w.) vor Verheerung verschont blieb ’). Im Jahre 1704 waren eine Anzahl von Landschafts-Dragonern aufge­stellt worden, welche, wie jene aller übrigen Provinzen, in kaiserliche Dienste übernommen und zur Completierung einiger Keiter-Kegimenter verwendet wurden. Infolge des Umstandes, dass das Land aber im allgemeinen weniger directe bedroht war, sank der militärische Wert des schlesischen Aufgebotes bedeutend herab 2). Nachdem der grössere Tlieil der schlesischen Provinzen infolge der Kriege mit Preussen an dieses abgetreten worden war3), galten später für die bei Oesterreich verbliebenen Theile — Fürstenthümer Troppau und Teschen — in Bezug auf Landes-Vertheidigung die gleichen Bestimmungen wie für Mähren. 0 Im Jahre 1682 hatte ein von Osten her ausgefiihrter Ueberfall auf Bielitz durch den Tököly’schen Anführer Petróczy ein vorübergehendes Aufgebot jedes zwanzigsten Mannes zur Folge. (D’Elvert, Seite 40.) 2) ,,Feldzüge des Prinzen Eugen von Savoyen”, I. Band, Seite 411. 3) In der Vertheidigung von Neisse wirkte das dort Í741 errichtete bürgerliche Frei-Corps mit Erfolg mit. Geschichte der k. und k. Wehrmacht. V, Bd. 6

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