Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs - Supplement. Geschichte K. und K. Wehrmacht 3/2. (1901)

Aufgelöste Truppenkörper zu Pferd - II. Cürassier-Regimenter

- 477 ­Cürassier-Regiment GFWM. Mönninghausen. Errichtung und nachgefolgte Veränderungen. 1647 als Frei-Compagnien im fränkischen und schwäbischen Kreis geworben (4 Compagnien)1),; 1648 unter das Regiment Philipp von der Beck gestossen* * 3), vorübergehend wieder an Bönninghausen restituiert3); in demselben Jahre aufgelöst. Regiments-Inhaber. 1647 Bönninghausen, Lothar von, GFWM. Regiments-Command an ten. 1647 Rambstädt, Obristwacht- ; 1648 Knigge, Friedrich Ulrich von. meister. Obristlieutenant4). Feldzüge. Böninnghausen. 1648 Schlacht bei Zusmarshausen, dann in Württem­berg, vor Hohen-Asperg; in Weil belagert, mit dem Obristlieutenant Knigge grösstentheils gefangen. 0 K. A., H. K. ß. 1648, Prot. Exp. Fol. 158. 2) K. A.. F. A. 1648. V. 19. s) K. A., H. K. R. 1648, Prot. Reg. 180 enthält den Befehl an Piccolomini, die 4 Compagnien wieder an B önningh au sen zu restituieren ; dass diesemBefelile entsprochen wurde, beweist der Umstand, dass das ßegiment dann wieder unter Obristlieutemmt Knigge ers cheint. *) Ist ein Bruder des Obristen Jobst Hilmar von Knigge, eine charakteristische Abenteurer-Natur des 90jährigen Krieges. Nach seinem eigenen curriculum vitae (Adels- Archiv, Erhebung in den Freiherrnstand) trat er nach Aufgebung der Universitäts-Studien. 1636 in den Niederlanden als Soldat in die spanische Armee und diente dort 2 Jahre. Hierauf trat er aus, trieb sich 3 Jahre in Frankreich und England herum, nahm dann schwedische Dienste, um diese bald wieder zu verlassen und in kaiserliche zu treten. Letztere gab er eines Duells wegen auf, übernahm in florentiniscben Diensten eine Arquebusier-Compagnie, nach deren Deformierung er dem Rufe Piccolomini’s nach Spanien folgte (1643). Auf der Fahrt nach Spanien fiel er Seeräubern in die Hände, landete dann, frei geworden, in Marseille, wo er erfuhr, dass Piccolomini schon nach den Niederlanden gegangen sei. Er durchquerte nun ohne Hilfsmittel zu Fuss Frankreich, fand in Bordeaux ein holländisches Schiff, auf welchem er sich als Buderknecht verdingte und nach ßotterdam kam. Von da gieng er nach Brüssel, hörte daselbst von der Werbung L am boy’s, bei welcher er im Regimente Rantzau eine Compagnie zu Pferd erhielt. 1645 trat er aus diesem Regimente in die Dienste des Herzogs von Lothringen als Obrist­wachtmeister bei Harkfurt. Bald trat er auch hier aus und zu Hessen-Darmstadt über, wo er im Regimente Eberstein Obristlieutenant wurde, um darauf in die Armee Holzapfel’s einzutreten. Er focht unter diesem bei Zusmarshausen und wurde kurz darauf Obrist­lieutenant beim Regimente Bönninghausen.

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