Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs - Supplement. Geschichte K. und K. Wehrmacht 3/1. (1901)

Die Cavallerie - Die Organisation der einzelnen Reiter-Gattungen

52 Während des polnischen Anxiliar-Krieges, der Kriege gegen die Türken 1663—1664, sowie jener gegen Frankreich 1672—1679, wurde die Zahl der Dragoner-Regimenter auf 3, beziehungsweise auf 4 (1674) erhöht, nach den Friedensschlüssen von Oliva und Nymwegen aber wieder auf 2, nach jenem von Vasvár auf 1 herabgesetzt. Eine grössere Vermehrung dieser Reiter-Gattung fand erst in den Kriegen gegen die Türken 1683—1698 statt, indem während derselben 13 Re­gimenter neu aufgestellt wurden1). Nachdem noch während dieser Kriege vier Regimenter, nach dem Frieden von Carlowitz, beziehungsweise im Jahre 1700 ztvei Regimenter aufgelöst, da­gegen zu Beginn des spanischen Erbfolgekrieges 1701 durch den Markgrafen von Bayreuth ein Regiment aufgestellt1 2) worden war, so bestanden 1705 beim Tode Kaiser Leopold I. 10 Dragoner-Regimenter. Der Stand eines Dragoner-Regiments hatte in dieser Periode mehrfach variiert (zwischen 800 bis 1000 Mann). Von 1701 an formierten die Dragoner- Regimenter gleichfalls 12 Compagnien und war der Soll-Stand eines Regiments mit 1000 Mann und Pferden normiert. Die Dragoner waren gegen Ende dieser Periode, wo bereits eine gleich- massigere Adjustierung Platz gegriffen hatte (wenigstens innerhalb der einzelnen Regimenter), wie folgt bekleidet: Hut wie solchen der Fuss-Soldat trug, nur mit Gold- oder Silberborten eingefasst, Rock von farbigem, zumeist blauem oder rothem Tuche mit verschiedenfarbigen Aufschlägen und Kragen8), an demselben befanden sich lang herabhängende Achselschnüre von weissem oder rothem Harras. Die Stiefelhose zumeist weiss oder blau4). In allem Uebrigen wie heim Cürassier, beziehungsweise der Reiterei im Allgemeinen erwähnt, nur hatte der Dragoner, wie der Infanterist, einen Leib­riemen mit einem „Pulverhörnlein”. Als Bewaffnung führte der Dragoner den Pallasch wie der Cürassier, nur statt des Korbes blos mit einem Bügel und Daumenring versehen; dann anfänglich den Carabiner, nach Einführung der Flinten, die Bajonnett- Flinte, endlich ein Paar Pistolen. Die früher getragenen Piken verschwanden, wie in der Armee überhaupt, noch im 17. Jahrhundert gänzlich. Reitzeug wie für Cürassiere. 1705-1740. Im weiteren Laufe des spanischen Erfolgekrieges wurden 2 Dragoner- Regimenter neu aufgestellt, beziehungsweise übernommen, nach Beendigung desselben 5 spanisch - habsburgische National - Regimenter, welche unter Carl III. (VI.) in Spanien, beziehungsweise Italien gedient hatten, in kaiser­liche Dienste übernommen5 *), ebenso 2 niederländische National-Dragoner- ltegimenter. Von ersteren wurden zwei 1718, zwei 1721 aufgelöst, das fünfte (Galbes) in das neu formierte reguläre Cürassier-Regiment Galbes8) incorporiert; die beiden niederländischen wurden 1725 reorganisiert und aus denselben unter Einbeziehung des National-Cürassier-Regiments Westerloo ein neues Dragoner- Regiment auf deutschem Fusse formiert7). Nachdem noch 1717 ein Dragoner-Regiment aus bayerischen und 1718 eines aus anspachischen Diensten übernommen3), dagegen 1721 noch 3 deutsche 1) Unter den in dieser Periode errichteten Regimen tern befanden sich an noch gegen­wärtig bestehenden, die Regimenter Prinz Eugen von Savoyen Nr. 13 (1612), dann Kaiser Nr. li und das Uhlanen-Regiment Kaiser Joseph II. Nr. 6 (beide 1631 aufgestellt). a) Heute Iiusaren-Regiment Erzherzog Franz Salvator Nr. 15 2) Ebenso der Saum der Schösse in der gleichen (Regiments-) Farbe. 4) Hie Stiefel etwas niedriger als jene des Ciirassiers. 5) Darunter 1 spanisches, 2 mailändische, 1 neapolitanisches und eines auf Sardinien. ,!) Jetzt Dragoner-Regiment Kaiser Nicolaus von Russland Nr. 5. 7) Das heutige Dragoner-Regiment Fürst Windisch-Graetz Nr. 14. 8) Letzteres das heutige Uhlanen-Regiment Ramberg Nr. 8.

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