Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs - Supplement. Geschichte K. und K. Wehrmacht 3/1. (1901)

Die Cavallerie - Die Organisation der einzelnen Reiter-Gattungen

- 49 ­Im Zusammenhänge mit dieser Verfügung wurde auch für jedes Re­giment ein zweiter Major systemisiert. Bei jeder Division war nunmehr 1 Ober- und 1 Unter-Arzt einzutheilen. Systemisierung der Fourierschützen und Privatdiener wie bei der Infanterie, beziehungsweise der Cavallerie im Allgemeinen1). Der Stand an Gemeinen wurde per Escadron mit 144 berittenen und 11 unberittenen* 2) festgesetzt. Schon im Jahre 1806 jedoch wurden die schweren Reiter-Regimenter, sohin auch die Cürassiere, wieder auf den Stand von 6 Escadronen herab­gesetzt, daher der zweite Major und vierte Estandarte-Führer wieder entfielen; der Stand an Gemeinen per Escadron mit 112 berittenen, 6 unberittenen normiert, alles Uebrige wie 1802. Im Feldzuge 1809 hatten die Cürassier-Regimenter den gleichen Stand, nur wurde die Reserve-Escadron formiert, ebenso 1813—18153). Nach dem zweiten Pariser Frieden wurde für die Cürassiere ein ziem­lich hoher Friedens-Stand (154 Gemeine per Escadron, davon 24 unberittene) normiert, welcher jedoch im Laufe der nächstfolgenden Friedensjahre bis 1848 mehrfache Aenderungen erfuhr. Der damals normierte Kriegs-Stand, bei welchem nur die Vermehrung um die Reserve-Escadron eintrat, der Stand der Escadronen sich aber um 4 Gemeine verminderte, blieb jedoch unverändert. Was die Adjustierung betrifft, so ergaben sich in dieser Periode keine die Cürassiere speciell betreffenden wichtigen Veränderungen, sondern galten für dieselben alle für die deutsche Cavallerie im Allgemeinen erlassenen und früher geschilderten Vorschriften4). Ein Gleiches gilt von der Bewaffnung5). 1848-1859. Nach Beendigung des Feldzuges 1849 wurden die Reserve-Escadron en auf­gelöst und trat an deren Stelle ein Depot in der Stärke von 49 Mann und 37 Pferden unter Commando eines Zweiten Rittmeisters. Der Stand einer Feld-Escadron wurde mit 194 Mann normiert6). Durch das 1851 publicierte neue Exercier-Reglement wurde die Benen­nung der Divisionen und Escadronen, wie für die gesammte Cavallerie an­geordnet, abgeändert und erstere nur mehr mit den Nummern 1—3, letztere mit jenen von 1—6 bezeichnet. In Folge der Einführung des Depot-Systems wurde bei jedem Cürassier- Regimente im Werb-Bezirks-Rayon eine Depöt-Escadron aufgestellt7). Abgesehen von der die ganze Armee betreffenden Einführung der Distinctionszeichen (Litzen, später Sterne) u. s. w. ergaben sich bei den Cürassieren in Bezug auf Adjustierung und Bewaffnung nachstehende Aende­rungen : Die Kammquasten an den Helmen wurden abgeschaffc, an Stelle der Collets für Offleiere und Mannschaft weisse Waffenröcke mit einer Reihe von 10 Knöpfen, verschiedenfarbigen Aufschlägen, dann Stehkragen mit Paroli eingeführt. Fäustlinge statt weiss nunmehr blau, in der Farbe der Feldkappen. 9 Per Escadron 12 wirkliche, 2 Vice-Corporale, 2 Trompeter u. s. w. 2) In dieser Zahl die 5 Privatdiener inbegriffen. 3) Zu Beginn dieser beiden Campagnen war bei allen Regimentern die Oberst- lieutenants-Division aufgelöst, zur Completiemng der andern in dieselben vertheilt worden und rückte erstere erst nach vollendeter Neuaufstellung später auch auf den Kriegs­schauplatz. 4) Siehe Seite 28. s) 16 Mann per Escadron mit Carabinern, später Kammer-Carahinern bewaffnet, die übrigen nur mit Pistolen, u. s. w. 6) Darunter 140 berittene und 10 unberittene Gemeine. (Siebe auch Seite 30.) rl Wie bei der Cavallerie im Allgemeinen beschrieben, später auf ein Depot (1857 Depöt-Cadre genannt) herabgesetzt. Geschichte der k. und k. Wehrmacht. III. Bd. 4

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