Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs - Supplement. Geschichte K. und K. Wehrmacht 3/1. (1901)
Die Cavallerie - Die innere Organisation der kaiserlichen Reiter-Regimenter im Allgemeinen
— 28 — Stande zu führen1), welche einerseits als Stamm für die Bildung der Reserve- Escadronen zu dienen, anderseits aber auch im Frieden die Bestimmung hatten, die jeweilig undienstbar gewordenen berittenen Leute in den Feld-Escadronen zu ersetzen. In der Friedens-Periode bis 1848 ergaben sich in Bezug auf Standes- Verhältnisse, von dem fallweise wechselnden Friedens-Stande der Unter- Abtheilungen abgesehen* 2), keine wichtigen Veränderungen. Anlässlich der erwähnten erneuerten Umwandlung einiger Dragoner- in Chevauxlegers-Regimenter wurde 1802 für beide Reiter-Gattungen die weisse Kockfarbe vorgeschrieben und hatten in der Egalisierung je ein Dragoner- und ein Chevauxlegers-Kegiment zu correspondieren, ersteres weisse, letzteres gelbe Knöpfe zu tragen. Doch wurde im Jahre 1807 für drei Chevauxlegers- Regimenter wieder die grüne Rockfarbe normiert3). Gleichzeitig erhielt die deutsche Cavallerie Sattelhäute aus weissem Lammfell (Zackeifell). Durch die in den Jahren 1811, 1827 (1828), 1837 (1840) verlautbarten Adjustierungs-Vorschriften4) traten folgende wichtigere Aenderungen in der Bekleidung und Bewaffnung ein: Die deutsche Cavallerie und Uhlanen erhielten wieder den weissen Mantel mit Aermeln, beim Officier mit einem abzuknöpfenden Regenkragen5). Ausser dem dem Rockel der Mannschaft, welches in Form und Schnitt wenig verändert wurde, ähnlichen Uniform- oder Parade-Rock, auch Collet genannt, war für den Officier der deutschen Cavallerie ein Ob er rock in der gleichen Farbe mit egalisiertem Stehkragen vorgeschrieben und konnte der Officier, wenn die Truppe in Mänteln ausrückte, in diesem oder im Oberrocke erscheinen. Auch wurde für die Officiere aller Reiter Gattungen ein Uniformrock ohne Schösse, der sogenannte Spencer6) eingeführt, welcher über das Collet zu tragen w'ar. Statt der bisherigen, von den Regimentern der deutschen Cavallerie getragenen weissen Stiefelhose wurden 1840 (1837) „Pantalons” und zwar für jene mit weissen Röcken in lichtblauer, bei den Chevauxlegers mit grünen Röcken in grüner Farbe vorgeschrieben; dieselben waren unten mit einem Besätze von schwarzem Kalbleder versehen und mit einem weissen Passepoil (beim Officier mit Gold- oder Silberborten) geziert7). Die bis an die Knie reichenden Stiefel wurden bei diesen Regimentern durch unter den Pantalons zu tragende Halbstiefel ersetzt. In und ausser Dienst (Paraden ausgenommen) war den Officieren der deutschen Cavallerie das Tragen von mohrengrauen Beinkleidern, endlich allen Cavallerie-Officieren ausser Dienst8) jenes von weissen Sommer-Beinkleidern gestattet. Die Weste konnte vom Officier weiss oder auch schwarz getragen werden. 7) Im Jalire 1823 wurde deren Zahl für alle Regimenter ohne Unterschied mit sechs per Escadron festgesetzt. 2) Im Jahre 1816 war ein verhältnissmässig hoher (154 Gemeine per Escadron hei der schweren und 190 bei der leichten Cavallerie) normiert worden. 3) Ein 1805 gestellter Antrag (K. A.. H. K. R. 1805, (>. 1. 11) allen Chevauxlegers die grüne Earbe zu belassen, da die meisten Regimenter noch mit diesen als Dragoner (ieichte) von 1793 an getragenen Sorten versehen waren und für beide Reiter-Gattungen (Dragoner-Ohevauxlegers) nur je drei Aufschlagfarben mit gelben, beziehungsweise weissen Knöpfen zur Unterscheidung der Regimenter zu bestimmen, gelangte nicht zur Annahme, ebenso wie die beantragte Aenderung der Aufschlagfarben bei einigen Cürassier-Regi- mentern. Auch eine geplante Adjustierungs-Aendernng bei den Husaren, welche durchaus lichtblaue Pelze, Dolmans und Beinkleider erhalten und sich nur durch verschiedenfarbige Csakos (für jedes Regiment in einer anderen Earbe) unterscheiden sollten, wurde nicht durchgeführt. *) Die 1823 und 1840 erschienenen betrafen nur die Mannschaft, die übrigen die Officiere. s) Die Husaren behielten den weissen Radmantel. fi) Später erscheinen die Spencer anch hei der Mannschaft der dentschen Cavallerie für den Stalldienst getragen, während bei den übrigen noch der Kittel im Gebrauche war. 7) Bei den grünen Pantalons war das Passepoil in der Egalisierungsfarbe (also roth). 8) Im Dienste nur in jenen Fällen, in welchen der Officier nicht in Reih und Glied zu treten hatte. An den weiter getragenen Ueberzughosen entfielen heim Officier die Streifen in der Egalisierungsfarbe.