Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs - Supplement. Geschichte K. und K. Wehrmacht 3/1. (1901)

Die Cavallerie - Die innere Organisation der kaiserlichen Reiter-Regimenter im Allgemeinen

-18­Im Jahre 1759 wurde die Charge der Fähnriche (Cornete) aufgelassen, beziehungsweise erhielten die damals vorhandenen den Titel als „Unter­lieutenants”, während die bisherigen Lieutenants die Benennung „Ober­lieutenants” annahmen. Zum Tragen der Estandarten, für welche von 1743 bis 1745 wie bei der Infanterie die grüne Farbe vorgeschrieben war1) und deren Zähl auf eine per Escadron herabgesetzt wurde, wurden nunmehr Unteroffieiere oder ältere Gemeine fürgewählt, welche als Solche den Namen: „Estandarte-Führer” erhielten und im Range nach dem "Wachtmeister rangierten. Die Quartiermeister hatten 1752 den Titel „Rechnungsführer”, die Feldscherer jenen als „Chyrurgen” (Regiments-Unter-Chyrurgen) erhalten. In den ersten Jahren des siebenjährigen Krieges, theilweise auch schon nach dem Aachener Frieden, erflossen mehrfache, eine völlige Gleiehmässig- keit in der Adjustieiung anbahnende Verordnungen. Insbesondere sollten die Officiere im Dienste in allen Stücken stets gleich der Mannschaft adjustiert sein und sich deren Kleider nur durch den feineren Stoff von den Uebrigen unterscheiden, daher alle, Bordierungen und Stickerei an denselben zu ent­fallen hatten. Nur die StabS;Officiere hatten als Distinctionszeichen an den Westen Gold- oder Silberborten zu tragen* 2). Für die Cürassiere wurde 1757 die weisse, für Dragoner die dunkel­blaue Farbe für die Röcke vorgeschrieben und waren dieselben mit rothem Boy zu füttern und mit rothen (ponceau-) Aufschlägen zu versehen3). Die Beinkleider waren bei Cürassieren roth, bei Dragonern blau4 *). Bei den Husaren wurde als „Hauptfarbe” (Farbe für Pelze, Dolman und Beinkleider) dunkel- oder franzblau vorgeschrieben; doch hatten auch die Mäntel6) und Echahraquen in der gleichen Farbe zu sein. Bei der deutschen Cavallerie verblieben die Echahraquen, sowie die „Stützein” (nunmehrige Benennung für die Decken der Pistolenhalfter)6) roth. Für den Stall- und inneren Dienst erhielt die gesammte Mannschaft Kittel aus Zwilch. Ebenso wurde für die deutsche Cavallerie ein neuartiger leichterer Sattel, ein practischerer Zaum sammt Halfter eingeführt; im Uebrigen der „Pack” so viel als möglich verringert, welche Verfügung auch für die Husaren Giltigkeit hatte. 1765—1798. Im Jahre 1768 wurden die Carabinier- und Grenadier - Compagnien der Cürassier- und Dragoner-Regimenter von den Regimentern abgetrennt und aus denselben zwei Carabinier-Regimenter formiert, welche den Stand von vollen sieben Escadronen erhielten. Da gleichzeitig die gesammten Cavallerie-Regimenter diesen Stand an­zunehmen hatten, so wurden noch 1768 3 Cürassier-, 1 Dragoner- und *) Ausgenommen die Leib-Estandarten. welche die weisse Farbe behielten. Die Estandarten der übrigen Compagnien waren beiderseits grün und hatten auf der einen Seite das königliche Wappen zu tragen, auf der anderen eine Devise. Im Uebrigen hatten die Estandarten nunmehr die Form eines Rechteckes und waren am unteren (freien) Ende schwalbenschweifartig eingeschnitten (K. A., F. A. Bayern 1743, X, 88Va). 2) Jedoch nur, um sie von den Ober-Officieren zu unterscheiden und hatten diese Borten bei allen drei Kategorien von Stabs-Officieren die gleiche Breite. Ausser Dienst durften die Officiere Kleider nach eigenem Gefallen tragen, auch war den Offieieren be­züglich der weissen Farbe (Röcke, Beinkleider. Westen) gestattet, jenes Weiss oder jene Nuance zu wählen, ,,welches ihnen am anständigsten schien” (K. A., H. K. R. 1751, Februar 886 Reg). 3) In Folge des andauernden Kriegszustandes, in welchem sich die Armee befand, sollten die diesfälligen Aenderungen jedoch nur successive bei Neuanschaffungen durch­geführt werden. 4) Vorübergehend wurden auch Hosen aus Hirschleder getragen. (Lutter’sches Oeconomie-Reglement 1758.) ö) Die Husaren hatten in der letzten Zeit ausser dem Pelze auch weisse Radmäntel getragen, (K. A., Memoiren 1751, VIII, 288e). 6) Siehe Seite 16. Dieselben waren nunmehr gewissermassen ein Bestandtheil der Echabraque, da der officielle Ausdruck lautete: ,,Echabraque sammt Stützel”.

Next

/
Oldalképek
Tartalom