Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs - Supplement. Geschichte K. und K. Wehrmacht 3/1. (1901)

Die Cavallerie - Die innere Organisation der kaiserlichen Reiter-Regimenter im Allgemeinen

— 13 ­(Cürassier-Regimenter) und ein Dragoner-Regiment auf dem Russe zu ver­bleiben hatten1). Alle übrigen Regimenter und zwar 2S Cürassier-, 3 Dragoner- und 4 Croaten-Regimenter wurden aufgelöst* 2). Von einer gleichmässigen Uniformierung war selbstverständlich auch bei der Reiterei noch keine Rede; eine Uebereinstimmung fand nur in der Rüstung und Bewaffnung statt. Die Officiere trugen als charakteristisches Abzeichen di e rothe R e ldb i n d e. Die Hauptwaffen der Reiterei dieser Zeit waren der gerade Stoss- degen mit breitem Korbe, die Arquebuse, ein dritthalb Schuh langes Ge­wehr, dann die Pistole. An Theilen der Rüstung, beziehungsweise Schutzwaffen, wurden nur noch der Helm mit Nackenschutz, der volle Cürass, dann theilweise Arm- und Beinschienen getragen. Die Pferde waren wohl nicht mehr gerüstet. 1649—1705. Anlässlich des polnischen Auxiliar-Krieges fand erneuert die Auf­stellung einer grösseren Anzahl von Regimentern statt, von welchen jedoch nach dem Rrieden von Oliva wieder ein Theil aufgelöst wurde, so dass 1660, beziehungsweise einige Jahre nach dem Regierungsantritte Kaiser Leopold I. 12 Regimenter zu Pferd (Cürassiere), 2 Dragoner- und 1 Croaten-Regiment bestanden3). Der gleiche Vorgang wiederholte sich anlässlich des Krieges gegen die Türken 1663—1664, sowie jenes gegen Rrankreich 1673—1679 und verblieben nach dem Rrieden von Nymwegen 11 Reiter-Regimenter (Cürassiere)4), 2 Dragoner- und 1 Croaten-Regiment auf dem Russe5). Durch Reldmarschall Montecuccoli, welcher sich in dieser Periode vielfach um Verbesserung des Heerwesens verdient gemacht hatte, wurde der Begriff der Escadron als tactische Einheit genauer präcisiert: Dieselbe um­fasste nunmehr ausschliesslich zwei Compagnien; der ältere Compagnie- Commandant übernahm das Commando der Escadron, in welcher die Com­pagnie jedoch keinen abgesonderten tactischen Bestandtheil bildete, da erstere in 2 Pelotons und diese in je 3 Züge oder Corporalschaften getheilt wurden. Die Gliedertiefe wurde verringert und war, je nachdem gegen „den Erbfeind” (die Türken), oder gegen den „regulären” Reind gekämpft wurde, mit 3, beziehungsweise 2 Gliedern normiert. Auch wurden schon Erleichterungen in Bezug auf die Ausrüstung mit den Schutzwaffen und der Rüstung eingeführt. Ebenso erschienen bei den Stäben der Regimenter der Adjutant (Wachtmeister-Lieutenant) und der Regiments - Chyrurg (Reldscher) neu systemisiert. Der Stand der Regimenter war im Allgemeinen mit 10 Compagnien (5 Escadronen) normiert und zählte ein Regiment 800 bis 1000 Mann. J) Die Namen dieser Regimenter sind bei den betreffenden Reiter-Gattungen auf­geführt. 2) Einzelne derselben wurden ganz oder theilweise in die stehen gebliebenen in - corporiert und vollzog sich die Reduction in diesem Falle meist in tier Weise, dass diese Regimenter zuerst auf einen geringeren Stand von Compagnien (2—8) herabgesetzt und letztere sodann einem oder mehreren der stehen gebliebenen Regimenter ein verleibt wurden, bei welch’ letzteren gleichfalls vorher eine Verminderung der Zahl der Compagnien statt­gefunden hatte. 3) Im Jahre 1657. beim Tode Kaiser Ferdinand III.. waren 8 Cürassier- und 1 Dragoner-Regiment vorhanden; seinem Nachfolger binterliess Kaiser Leopold 20 Cüras­sier-, 10 Dragoner- und 8 Husaren-Regimenter. 4) Die Namen der in den einzelnen Perioden aufgestellten Regimenter, welche noch gegenwärtig bestehen, sind bei den betreffenden Reiter-Gattungen aufgeführt. 5) Siehe im Uebrigen, sowie in Betreff aller späteren Perioden, die nebenstehende Beilage II.

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