Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs - Supplement. Geschichte K. und K. Wehrmacht 3/1. (1901)

Die bestehenden k. und k. Cavallerie-Regimenter - A. Die Dragoner-Regimenter Nr. 1-15

— 224 — Dragoner-Regiment. 1778 war das Regiment bei der Haupt-Armee in Böhmen; 1779 ein Detachement bei Olbersdorf in das Feuer gekommen. Latour. 1790/91 focht das Regiment mit unerschütterlicher Treue und wiederholter Auszeichnung gegen seine eigenen Landsleute; Abtheilungen nahmen an den Gefechten bei Nassogne, Haut-Fay, Grand-Sinsin, l’Etoile, Tchippe und Andenne theil. Bei Anseremme (22. September) zersprengte Oberstlieutenant Baron Pforzheim ein 4000 Mann starkes Insurgenten-Corps, endlich Gefecht bei Cense-d’Ordenne. Regiments-Commandant Oberst Philipp Baron Pforzheim (mittlerweile hiezu befördert), dann die Rittmeister Anton Jouve *) und Carl Baron Vincent, welche sich mehrfach hervorragend ausgezeichnet hatten, wurden mit dem MTO. decoriert. Die gleiche Decoration erwarb sich der Regiments-Inhaber FML. Graf Latour. Chevauxlegers-Regiment. 1792 nahmen Abtheilungen des Regiments an den Gefechten hei Lamain (Baisieux), Glisuelle, Harlebeke, Orchies, vor Lille, vor Mons, dann an der Schlacht von Jemappes theil, in welch’ letzterer die zweite Majors-Division verlorene Geschütze wieder eroberte. Später deckten 2 Divisionen mit Auf­opferung den Rückzug des Corps Clerfayt hinter die Roer. Oberlieutenant Emanuel Beaumont de St. Quentin erhielt für be­sondere Auszeichnung bei Baisieux den MTO. 1793 focht das Regiment mit erneuerter Auszeichnung bei Aldenhoven (Regiments-Commandant Oberst Pforzheim gefallen), dann bei Neerwinden und Famars, später vor Maubeuge, Gefechte hei Beaumont und Merbes-le- Chateau; Abtheilungen endlich hei Fauquemont (März) und vor Condé. Rittmeister Ignaz Pessler für besondere Auszeichnung bei Beaumont mit dem MTO. decoriert. 1794 nahmen Abtheilungen an einigen Kämpfen vor Landrecies, dem Gefechte bei Belleghem (Oherst-Division), jenem lsei Courtray-Ingelmunster, dann an dem Gefechte bei Rousselaer theil, in welchem Rittmeister Chevalier de Croisbeek eine Batterie erstürmte (hiebei gefallen). Die zweite Majors- Division stand anfänglich vor Douay und betheiligte sich später an der Ver- theidigung von Valenciennes und wurde in Folge Capitulation, bis zur Aus­wechslung in die Erblande gesendet. Die Oberst- und erste Majors- Division bildeten bei dem Rückzuge der Armee grossentheils die Nachhut und be­standen als solche ein Gefecht bei Tongern. 179ö stand das Regiment (3 Divisionen) anfänglich am Nieder-Rhein, später vor Mannheim, dann Gefechte bei Hachenburg und Frankenthal. 1796 erneuert in der Nieder-Rhein-Armee (Corps Werneck), kämpfte das Regiment (Abtheilungen), ausser in einigtn kleineren Affairen, noch bei Sulz­bach, Amberg, Würzburg, Giessen, Freilingen und verblieb sodann an der Sieg. 1797 am Rhein stehend, erlitt die Oberstlieutenant-Division in dem Ge­fechte bei Kirburg bedeutende Verluste. Regiments-Inhaber Latour erhielt für Erquelinnes das Commandeur-, für seine Leistungen 1796 das Grosskreuz des MTO. Dragoner-Regiment Nr. 11. 1799 bei der Armee in Deutschland eingetheilt, focht das Regiment bei Ostrach und Stockach, wo eine Abtheilung unter Rittmeister Beaumont ab­gesessen, mit dem Säbel in der Faust, die Feinde aus einem Walde vertrieb; dann in der Schweiz bei Zürich und später vor Mannheim. * 2 *) 1796 in dem Gefechte bei Sulzbach gefallen. 2) Die zweite Majors-Division in Böhmen reorganisiert, war Anfangs 1795 zum Re­gimenté eingerückt, wurde jedoch später nach Eger detachiert, wo sie auch während der Campagne 1796 verblieb.

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