Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs - Supplement. Geschichte K. und K. Wehrmacht 3/1. (1901)

Die Cavallerie - Die Chargen und ihre Obliegenheiten

94 Von 1857—1869(1871) trugen die Stabs-Trompeter ein goldenes Börtchen am Kragen und Aermel. Gegenwärtig sind die Regiments-Trompeter in Allem wie die Wacht­meister, die Divisions-Trompeter wie die Zugsführer adjustiert. Der Fourier. Vom Jahre 1801 (1802) an erschienen ausser den bei den Escadronen systemisierten Fourieren noch 2 Fouriere beim Stab eingetheilt, wozu im Kriege noch ein Ober-Fourier kam, welcher zur eventuellen Stell­vertretung des Rechnungsführers berufen war. Im Jahre 1807 wurden auch die bei den Escadronen eingetheilten zum Stabe transferiert, wo sie nunmehr das Rechnungs- und Kanzlei-Geschäft der Escadronen unter der Leitung des Rechnungsführers weiter versahen1). Ihre Zahl wurde für ein schweres Cavallerie-Regiment mit 5, ein leichtes mit 6 festgesetzt, wozu im Kriege ausser dem Ober-Fourier, inclusive der Reserve-Escadron, noch 3 kamen. Nach dem Jahre 1849 (1852) übergieng deren Dienst an einen der beiden Wachtmeister der Escadron, doch verschwanden dieselben erst 1855 gänzlich aus der Armee. Bis 1798 waren die Fouriere wie die übrigen Unterofflciere gekleidet2) und trugen später dunkelgrau melierte Uniform- und Oberröcke, dann Bein­kleider ; bei der deutschen Cavallerie in der Regiments-Farbe, bei Husaren und Uhlanen in jener des Csako, beziehungsweise der Ozapka egalisiert. Als Kopfbedeckung den dreieckigen glatten Hut; dann den Degen3) mit einem Porte-épée von schwarzgelber Seide, Kuppel schwarz lackiert u. s. w. Der E stand arte- Führer sollte in feindlichen Gelegenheiten die ihm an­vertraute Estandarte auf das Aeusserste vertheidigen. Auf dem Marsche durfte er sie zur Erleichterung dem neben ihm reitenden Gemeinen übergeben, musste sie jedoch, sobald das Gewehr ergriffen wurde, wieder übernehmen. In der Garnison oblag ihm die Obsorge für die Erkrankten jener Escadron, bei welcher er zugetheilt war: auch konnte er als Aufsichts-Charge in das Spital commandiert werden. Er war in Allem wie der Wachtmeister adjustiert und wurde mit „Sie” angesprochen. Von 1857 an hatte er auch den Rang als Wachtmeister und konnte auch als Wagenmeister oder Rrofoss detachierter Abtheilungen verwendet werden. Der Büchsenmacher erscheint bei der Cavallerie erst seit 1807 ofliciell normiert4), jedoch als unobligat und nicht auf den Stand zählend. Seit 1852 ist bei je dem Regimente ein solcher organisationsgemäss beim Stabe systemisiert5) und kommen demselben die gleichen Obliegenheiten zu wie bei der Infanterie (Instandhaltung und Visitierung der blanken, wie Feuerwaffen u. s. w.). Die Büchsenmacher standen früher im Range des Wachtmeisters, können jedoch jetzt auch die Zugsführers- oder Corporals-Charge bekleiden (Büchsen­macher 1., 2. oder 3. Classe). Anfänglich trugen sie mohrengraue, von 1860 an braune Röcke (Waffen­röcke) mit lichtblauer Egalisierung und Corse-Hut. Nach 1868 erhielten sie den dunkelblauen Waffenrock mit krapprother Egalisierung, lichtblaue Beinkleider und als Kopfbedeckung eine lichtblaue Kappe mit Distinctionsborten (keine Parade-Kopfbedeckung). Seit 1893 haben sie die vollständige Uniform ihres Regiments zu tragen und unterscheiden sich von den übrigen gleichgestellten Unterofficieren nur x) Siehe auch Prima-plana der Escadronen (Compagnien). 2) Sie wurden auch mit ,,Sie” benannt, 3) Von 1850 an lnfanterie-Officiers-Säbel. *) Jedenfalls wurden solche aber auch schon früher aus eigenen Mitteln unter­halten, da schon in den Vorschriften über die Werbung auch jene von Büchsenmachern betont wird. 5) 1859 vorübergehend abgeschafft, wurde diese Charge 1860 wieder creiert.

Next

/
Oldalképek
Tartalom