Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs - Supplement. Geschichte K. und K. Wehrmacht 3/1. (1901)

Die Cavallerie - Die Chargen und ihre Obliegenheiten

90 Im Jahre 1801 wurde für das gesammte ärztliche Personale1) die Be­nennung „Feld-Aerzte” vorgeschrieben und führte der älteste derselben den Titel „Eegiments-Feld-Arzt”, welcher später in „Begiments-Arzt” umge­ändert wurde, wobei ihm der Hauptmanns-Eang verliehen wurde. Von 1857 an zählten die Peld-Aerzte zu den Militär-Parteien (mit Offi- ciers-Bang), bilden jedoch seit 1871 das: „Militärärztliche Officiers- Corps”2). Als Hilfs- oder untergeordnete Organe wurden 1718 die bisherigen Feld­scherer von den Compagnien zum Stabe transferiert und führten von 1752 an die Benennung „Unter-Felds eher er”, nach 1769 jene als „Unter- Chirurgen”, erscheinen aber von diesem Zeitpuncte an wieder bei den Es- cadronen im Stande. Als weiteres Hilfsorgan erscheint bei der Cavallerie von 1769 an die Charge des „Ober-Chirurgen”, (ursprünglich „Stabs-Feldscher” genannt), welcher befähigt sein musste, den Begiments-Chirurgen in seinem Dienste zu vertreten. Von 1801 an, wo selbe den Titel „Ober-Arzt” erhielten, wurden für jede Divison je 1 Ober-Arzt und 1 Unter-Arzt, welche Benennung die Unter- Chirurgen annahmen, normiert und bei jeder Escadron je einer derselben im Stande geführt. Seit 1807 werden auch die Subaltern-Äerzte dauernd beim Stabe im Stande geführt. Seit 1852 waren auch Ober -W u n d -Ae r z t e systemisiert und wurde die Zahl der Aerzte 1857 in der Weise geregelt, dass auf jede Escadron einer entfiel. Nachdem die Zahl derselben schon 1869 eine kleine Verminderung er­fahren hatte, ist gegenwärtig für jedes Begiment nur 1 Begiments-Arzt und 2 Ober-Aerzte (für jede Division einer) systemisiert. Für alle Chirurgen wurden in der Mitte des 18. Jahrhunderts meergraue Böcke mit schwarzen Aufschlägen vorgeschrieben3). Später wurden die Böcke hechtgrau, von 1811 an dunkelhechtgrau (dunkelblau meliert), die Aufschläge und Kragen (seit 1811) von schwarzem Samuit. Seit 1854 tragen die Militär-Aerzte den Hut mit Federbusch (früher glatt), lichtblauen Waffenrock mit 2 Beihen Knöpfen, schwarzsammtene Egali­sierung, dann graue Beinkleider mit scharlachrothem Passepoil. Alle Aerzte, auch jene der Cavallerie, tragen den Infanterie-Officiers-Säbel mit dem goldenen Porte-épée4). Obliegenheiten der Aerzte im Allgemeinen wie bei der Infanterie6). Der Wachtmeister-Lieutenant, welche Charge bei der Cavallerie zumeist schon gegen Ende des 17. Jahrhunderts kurzweg als „Adjutant” benannt wurde, hatte den Bang als ältester Wachtmeister. Er war in erster Linie dem Obristwachtmeister, mit Bücksicht auf dessen Stellung als Executiv-Organ des Begiments, zugewiesen und vermittelte den schriftlichen Dienstverkehr im Namen des Begiments-Commandanten; er verfasste die Standes-Tabellen, unter­stützte den Quartiermeister beim Ausstecken des Lagers, während ihm zur weiteren Ausübung seines Dienstes die Wachtmeister untergeordnet waren. Die übrige (Korrespondenz wurde durch den Begiments-Secretär, später denAuditor, als solchen geführt und übergieng erst nach Erscheinen des Dienst- Beglements vom Jahre 1807 an den Begiments-Adjutanten. Der Adjutant war nur den Stats-Officieren subordiniert und sollte nicht mit dem Stocke bestraft werden6); auch konnte ihm der Officiers-Charakter als Titel verliehen werden. ') Sielie unten. 2) Von 1869—1871 bildeten sie als ..Militär-Aerzte” eine eigene Standesgruppe. 3) Eine genauere Schilderung der Adjustierung der Aerzte ist einem späteren Bande Vorbehalten. In einigen Werken irrig „meergrün” als Farbe der Böcke genannt. 4) Ausgenommen die früher bestandenen Unter-Aerzte, welche gar kein Porte-épée hatten, während die gegenwärtig systemisierten Assistenz-Aerzte ein solches von Seide tragen. 5) I. Band, Seite 73—74. 6) Nach 1752 stand er überhaupt nicht mehr unter dem Stocke.

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