Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 12. (Neue Folge, 1900)

Hauptmann Chirsten: Oesterreich im Kriege gegen die französische Revolution 1792 (Schluss) - Das Treffen bei Jemappes am 6. November 1792

258 Christen. Gleichzeitig mit dem Beginn des Artilleriefeuers brachen die »Belgier«, unterstützt durch 9 Infanterie-Bataillone, zum Angriffe auf Quaregnon vor. Sechs Compagnien Frei-Corps, welche diese Ortschaft am Abend des 5. wieder besetzt hatten, räumten dieselbe und zogen sich nach Jemappes zurück. Die Franzosen giengen vorläufig über Quaregnon nicht vor. Die Wäldchen südöstlich von Quaregnon blieben von österreichi­schen Jägern noch besetzt. Auch auf dem äussersten österreichischen linken Flügel - bei Ciply stiess zeitlich Morgens ein Detachement jener Divi­sion des Armee-Corps d’Harville vor, welche am Abend des 5. bei Frameries eingetroffen war und ihre Cavallerie gegen Ciply vorgeschoben hatte. Dieses Detachement wurde aber vom Mihalovich-Frei-Corps zurückgewiesen. Bald darauf traf die zweite Division des Corps d’Harville aus der Gegend von Genly bei Frameries ein. Mehrere Bataillone und Escadronen dieses Corps rückten sodann, um etwa 10 Uhr Vormittags, gleichzeitig mit dem französischen linken Flügel vor, ohne jedoch zum Angriff überzugehen: jene von Frameries gegen die Höhe von Bertaimont, dieser von Quaregnon gegen den österreichischen rechten Flügel. Ein Theil des schweren Ge­schützes des Corps d’Harville nahm auf der höchsten Stelle des Plateaus westlich des Nordendes von Frameries Aufstel­lung und vereinigte sein Feuer mit jenem der anderen fran­zösischen Geschütze auf die Befestigungen des österreichischen Centrums und rechten Flügels. Der mit schwerem Geschütze vor der Front gegen die Höhe von Bertaimont vorgerückte Theil der französischen Schlachtlinie blieb auf Kanonenschussweite vor dem öster­reichischen linken Flügel stehen und eröffnete das Geschütz­feuer. Diese Vorbewegung der beiden französischen Flügel ver- anlasste den Herzog von Sachsen-Teschen, welcher sich zu jener Zeit auf dem österreichischen linken Flügel befand, zum Einsetzen der Reserven; da der französische Angriff deutlich auf den österreichischen rechten Flügel und das Centrum zielte, wurde das Bataillon Hohenlohe aus Mons zur Verstärkung des Centrums auf die Höhe südwestlich von Cuesmes bestimmt; eine Division Mathesen mit zwei Ge­f

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