Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 12. (Neue Folge, 1900)

Hauptmann Jacubenz: Die cisalutanische Walachei unter kaiserlicher Verwaltung 1717 bis 1739

Die Walachei unter kaiserlicher Verwaltung. 211 »Es erübrigt mir noch von der Via Carolina und Arxavia oder Strassburg zu relationieren und muss dabei bekennen, dass ich die Kühnheit dessen, der diesen Weg durch ein so rauhes und hohes Gebirge und durch solche Felsen tentiert hat, bewundere.« »Noch mehr Lob aber verdient der Ingenieur-Hauptmann Friedrich Schwantz1), welcher diese neue Strassburg ausge­arbeitet hat; sie fängt gleich bei dem Kothen Thurm an und dauert neun starke Stunden bis an das Kloster Kosia (Cozia), ist auch so breit und fest, dass man mit allen Lastwagen passieren kann.« Der Hof-Kriegsrath erklärte sich im Wesentlichen mit diesen Anträgen einverstanden, ohne jedoch irgendwelche Veränderung in den Verhältnissen der Administration vorzu­nehmen. Graf Königsegg leitete indess die Verwaltungs-Angelegen­heiten des Landes mit derselben Energie weiter. Hatte er auch im Laufe der nächsten Jahre merkliche Erfolge erreicht, so standen die Resultate im Allgemeinen dennoch weit hinter seinen Erwartungen. Die Unverlässlichkeit und die jeden Fortschritt hemmende Indolenz der Walachen machten so manchen seiner Pläne und seine Absichten zunichte. In seinen Berichten an den Hof-Kriegsrath betonte er wiederholt die Nothwendigkeit, die Administration zu refor­mieren; doch sollte diese Massregel erst später erfolgen. Mit 1. Mai 1726 wurde FZM. Graf Königsegg auf einen andern Dienstposten berufen und an seine Stelle G. d. C. Baron Tige zum Commandierenden von Siebenbürgen und der kaiserlichen Walachei, zugleich zum Ober-Director derselben ernannt. *) *) Derselbe Officier hat auch die fünf walachischen Districte auf­genommen und im Jahre 1723 eine Karte der cis-alutanisehen Walachei in vier Blättern angefertigt. Diese Karte ist heute noch vorhanden; sie erliegt in der Karten- Abtheilung des k. und k. Kriegs-Archivs. 14*

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