Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 12. (Neue Folge, 1900)
Hauptmann Jacubenz: Die cisalutanische Walachei unter kaiserlicher Verwaltung 1717 bis 1739
Die Walachei unter kaiserlicher Verwaltung. 207 stens dem eines Miliz-Capitains, gewesen und dem es sowohl an Erfahrung, als an administrativen Kenntnissen gebricht.« »Die zwei ersten Administrations-Käthe Balanul und Stirbey haben früher die höchsten Amtswürden bekleidet, sind auch Beide »wohlversierte und vernünftige Männer« mit dem Unterschiede, dass der erstere »ein eigensinniger und harter Kopf ist, der andere aber ingenii flexibilis, desshalb auch falsch und malitiös zu sein scheint«. »Der Banus Georg Cantacuzeno ist ein Mann, bei dem leider nichts Gutes, dafür aber alles Schlechte zu finden ist. Es ist bekannt, dass er, ohne Studien und ohne Erziehung, sein ganzes Leben in den Wäldern mit der Jagd, oder sonst in Müssigang zugebracht hat. Ueberdies habe ihn die Natur mit Vernunft und anderen Gaben sehr karg ausgestattet. »Bei alledem besitzt er sehr viel Malice und weiss sich mit grosser Dissimulation zu verstellen; auch kann er sich primo intuitu mit der Unwahrheit in seinen Reden trefflich bemänteln. Dabei hat er unmässige Ambition. Der Fürst oder Vojvoda steckt ihm dergestalt im Kopf, dass er sich, wenigstens den Titel eines solchen, beizubehalten, auf alle Art und Weise tentieret. Alle diese üblen Eigenschaften ziehen natürlicherweise eine gewisse Brutalität nach sich, wodurch er bei dieser kleinmüthigen Nation sich gleichwohl so sehr gefürchtet macht, dass Niemand es wagt, selbst die Administrations-Räthe nicht, seinen Violencen und Unbesonnenheiten entgegenzutreten.« »Wie nun eine aus solchen Leuten bestehende Regierung, zumal durch den Tod des Generals Grafen Steinville und des Grafen Virmond die Ober-Direction so lange hindurch ausser Activität gewesen ist und diese Leute demnach freie Hand hatten, die Rechtspflege ausgeübt und die übrigen Angelegenheiten des Landes verwaltet habe, lässt sich denken, »und ich kann wohl sagen« fährt Graf Königsegg in seinem Berichte fort, »dass ich Alles in der grössten Confusion und Unordnung fand und dass mir bei meiner Anwesenheit im Lande mehrere hundert Memorialien übergeben worden sind, von denen die Meisten nichts als Klagen in punctis denegatae male administratae aut protractae justitiae enthielten.«