Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 12. (Neue Folge, 1900)
Hauptmann Veltzé: Die Hauptrelation des kaiserlichen Residenten in Constantinopel Simon Reniger von Reningen 1649-1666 - I. Hauptrelation des kaiserlichen Residenten Simon Reniger
136 V e 11 z e. müsse gestatten, dass die Couriere hin und her können, vielleicht endlich etwas Gutes daraus erfolgen möchte; schickte demnach den Sprachknaben Johann Hardtmann wieder per Post fort, welcher mit dem Courier Gabriel Lenor über einen Monat wiederum bei mir angekommen und weil Euer Majestät Befehl, de dato Regensburg vom 18. Januar, unter Anderm dahin gelautet, dass ich mich erkundigen sollte, auf welche Weise man wiederum Friede und gute Nachbarschaft aufrichten möchte, habe ich es dem Gross-Yezier durch den Panajotti vortragen lassen, welcher zur Antwort gegeben, dass vor allen Dingen Serinvär (Zrin) geschleift, die Festungen in Siebenbürgen restituiert und zum Präsent 200.000 Thaler geschickt werden müssen. Mit welcher Resolution ich den Courier Gabriel wiederum abgefertigt; worauf Euer Majestät durch den Courier Domenico Hornis mir wiederum zur Antwort gegeben, es werde sich über des Veziers Proposition reden und handeln lassen, ob es ihm durch eine Commission an einem gewissen Orte auf den Grenzen oder durch mich allein beliebig, welcher gleich auf mich gedeutet und eben dieser Meinung waren auch die Uebrigen; denn grosse Demonstrationen machen, auf den Grenzen Zusammenkommen und hernach nichts schliessen, nur mehr Verbitterung verursachen würde; womit ich den Courier Domenico wiederum zurückgeschickt. Bald darauf war ein Aviso eingelangt, dass Kanizsa belagert, daher der Gross-Vezier, unerachtet die Miliz aus den Winter-Quartieren noch nicht angekommen war, gleich nach dem aequinoctio vernale, kaum mit 5000 Mann zu Feld gegangen, mit den Grenzern aber bald in die 12.000 Mann beisammen gehabt, mit welchen er Kanizsa entsetzt, da man ihn sonst auf 40.000 Mann stark ausgerufen. Meine Person betreffend, stand es erstlich darauf, dass ich zu Griechisch-Weissenburg verbleiben sollte, damit aber auf sich begebende gute Conjunctur nichts verabsäumt würde, hatte ich mich erboten mitzureisen, sintemal wohl öfter ein Friede getroffen worden, da beiderseits Kriegs-Heere gegeneinander gestanden; worauf mir erlaubt worden nachzufolgen. Der Hauptmann, welcher mich zu Griechisch-Weissenburg