Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 12. (Neue Folge, 1900)
Hauptmann Veltzé: Die Hauptrelation des kaiserlichen Residenten in Constantinopel Simon Reniger von Reningen 1649-1666 - I. Hauptrelation des kaiserlichen Residenten Simon Reniger
124 V e 11 z 6. 31. Mai 1662, von Ein uncl Anderem ausführlich Parte gegeben und dahin beflissen gewesen, damit die Commission ihren Fortgang erreichte und das Armistitium gehalten würde, so auch nächst göttlicher Hilfe ohne einzigen Pfennig, glücklich ausgewirkt worden und hatte sich der Gross-Vezier im Beisein des Beris auf diese "Weise erklärt: Man werde dem Ali Pascha als des Sultans General und Bevollmächtigtem wegen der Commission schreiben und ihm genügsame Vollmacht geben; wegen Stillstandes der Waffen, waren gleich scharfe Befehle an die Grenzen ausgefertigt worden, mit welcher Resolution und mit welchem Bescheide auch Beris wiederum abgereist, also dass die Commission ihren Fortgang hätte haben sollen. Es hatten Euer Majestät aber inzwischen auf meine Relation vom 28. April, wo ich gemeldet, dass zwei Dinge, nämlich die Festungen in Siebenbürgen und das Zrinyi’sche Werk bei Kanizsa, einen Türkenkrieg verursachen würden, Reflexion gemacht und mich unter dem 20. Mai durch eigenen Courier dahin beschieden, dass ich dasjenige, so ich in voriger Instruction discoursweise, tandem formaliter et positive, trac- tieren sollte, auf die Commission remittiere, so auch der Pforte angenehm gewesen, massen mir dann vom Gross-Vezier der Kanzler zu einer Conferenz benannt worden, welcher mich in seinem Garten hierauf zu Gaste geladen und bis auf kaiserliche Ratification, mit mir dahin geschlossen, dass: Erstlich, die Städte und Festungen, welche mit kaiserlichen Völkern in Siebenbürgen besetzt, restituiert werden, während aber die Türken aus dem Land ziehen und Alles wie vorhin in ruhigem Stande verbleiben sollte. Weiters, dass die Türken, absonderlich der Pascha zu Wardein, beide Gespanschaften Szathmär und Szabolcs mit keinen Tribut-Anforderungen molestieren und im Falle es geschehen, weiter nichts prätendieren sollte. Drittens, dass man dem jungen Raköczy und dem Sohne des Kemeny keine Hilfe leiste und hiedurch keine neue Unruhe in Siebenbürgen erweckt würde. Viertens, dass Euer Majestät in ermeldeten beiden Gespanschaften, wie auf den andern Grenzen, die Städte und Festungen besetzen könnten, jedoch keine Armeen mrd Generals-Personen