Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 12. (Neue Folge, 1900)

Hauptmann Veltzé: Die Hauptrelation des kaiserlichen Residenten in Constantinopel Simon Reniger von Reningen 1649-1666 - I. Hauptrelation des kaiserlichen Residenten Simon Reniger

108 V e 11 z 6. biirger sollten nur den Räköczy lassen und einen anderen Fürsten erwählen, alsdann weder Jenö, noch doppelter Tribut, prätendiert und weder Türken, noch Tataren, in’s Land kommen sollten; auf dies hatte man den ganzen Winter gewartet, in­zwischen aber dem Räköczy seine Flügel zu stutzen, beide Wojwoden aus der Walachei und Moldau sub praetextu, dem Sultan die Hände zu küssen, nach Adrianopel berufen, welche aber nicht getraut und allerhand Entschuldigungen vorge­wendet, worauf mit diesen Fürstenthümem, gleich zu Anfang des 1658. Jahres eine Mutation vorgenommen und andere Wojwoden dahingeschickt worden. Der in der Walachei, Constantin Serban genannt, hatte sich widersetzt, war aber von Türken und Tataren geschlagen worden und mit Verlust seiner meisten Substanz, kaum nach Siebenbürgen entwichen ; der in der Moldau hatte sich bei Zeiten eben nach Siebenbürgen salviert, auf welches Räköczy sich hätte billigermassen besser bedenken, auf eine Zeit retirieren und die Türken nicht in Siebenbürgen reizen sollen; er bat zwar um Pardon und um Gnade, im Fall er aber solche nicht erhalten könnte, müsste er die Schlüssel zum Säbel suchen. Ut in litteris. Datum Albae Juliae, 12. Februar 1658. Dies hatte die Pforte dermassen irritiert, dass von Stund an Befehl an den Tataren-Chan, beide Wojwoden und an' die Grenz-Türken ergangen und der Krieg, so wider Dalmatien gehen sollen, hauptsächlich wider Räköczy und Siebenbürgen resolviert worden; bevorab weil die drei Nationen a parte an die Pforte geschrieben, für Räköczy gebeten und für ihn gut sein wollten, dass er künftig gehorsam sein und wider der Pforte Befehl weiter nichts anfangen werde. Sie hätten sich dem Sultan Soliman und der Pforte Protection freiwillig ergeben, nur damit sie Denjenigen, welche die Krone Ungarn prätendieren, nicht unterworfen sein sollten; wodurch der Gross-Vezier aber nur mehr verbittert worden und die Miliz sowohl aus Asien, als aus Griechenland nach Adrianopel berufen; in Asien ereignete sich eine Diffi- cultät mit dem Pascha zu Aleppo, so eben jener Hassan-Aga gewesen, welcher vorhin etliche Male die Revolten in Asien commandiert; dieser besorgte sich seines Kopfes und weigerte sich, nach Europa zu kommen, bevorab weil kurz zuvor dem

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