Mittheilungen des k.u.k. Kriegs-Archivs 12. (Neue Folge, 1900)
Hauptmann Veltzé: Die Hauptrelation des kaiserlichen Residenten in Constantinopel Simon Reniger von Reningen 1649-1666 - I. Hauptrelation des kaiserlichen Residenten Simon Reniger
102 V e 1 t z e. mit dem König in Schweden conföderiert, werde er hiezu sehr wohl dienen können. Sonst war des Königs von Schweden Creditiv an den Sultan dieses Inhalts: »Carolus G-ustavus etc. Wir haben Euer Durchlaucht durch den Mustaphä-Aga, welcher bei Uns gewesen, noch unter dem 17. September geschrieben, dass Wir einen Abgesandten schicken wollten; nun senden Wir Unseren lieben getreuen Kriegs-Rath Claudius Rhalamb, Haereditarium zu Wichstatt und Lemna, Euer Durchlaucht Pact zu geben, warum Wir die Freundschaft mit der Krone Polen aufgehoben und derselben den Krieg intimiert, welcher auch so glücklich von statten geht, dass Uns alle Unsere Nachbarn neidisch und missgünstig darum sind, bevorab der Moscowiter und Tataren-Chan, welche ihre Waffen ohne Ursache wider Uns gewendet, aber solchergestalt begegnet worden, dass sie mit Verlust und schlechter Ehre weichen müssen und weil die Gründe, warum Wir Euer Durchlaucht Freundschaft verlangen, beiderseits nützlich und verträglich, als sollten Wir Uns auch vereinigen und Unsere Nachbarn, welche den Weg der Gerechtigkeit verlassen, mit gesammter Macht wiederum auf den rechten Weg leiten; für dies Mal aber wollen Euer Durchlaucht dem Tataren-Chan befehlen, dass er sich wider den Moscowiter mit Uns conjungiere. Wann Sie dies thun und Unsere Freundschaft acceptieren, wird es Ihrem Reiche von vielem Nutzen sein, massen Sie Ein- und Anderes, mit Mehreren!, von Unserem ermeldeten Abgesandten vernehmen werden, welchem Sie in Allem glauben und trauen wollen.« Hier hatte ich meinesorts sotto mano nicht ermangelt und die Sache bereits dahin disponiert gehabt, dass dieser Abgesandte mit kurzem Bescheide abreisen sollen; weil aber eben zur Zeit aus der Moldau Avisen eingelangt, dass ein anderer schwedischer Gesandter auf dem Wege, als hatte man ihn aufgehalten. Den 19. Juni hernach war auch der andere schwedische Gesandte angelangt, welcher in seiner ersten Audienz beim Gross-Vezier hauptsächlich proponiert, was der vorige an